AVRS WebJournal Ausgabe 4/2002 Astronomischer Verein Remscheid e.V.

Bau einer eigenen Sternwarte

von Marc Dümpelmann

Zwei Mitglieder des AVRS, Marc Dümpelmann und Henry Ortmann, entschlossen sich vor einiger Zeit, den Traum von der eigenen Sternwarte zu verwirklichen. Hier schildert M.  Dümpelmann, wie dieser Traum verwirklicht wurde.

Nachdem es lange Zeit ein Wunsch war, ist es nun Realität geworden: Die eigene Sternwarte. Man mag sich fragen, warum dieser Wunsch besteht, bietet der AVRS doch mit der RAST (Remscheider Außensternwarte) gute Bedingungen für Beobachtung und Fotografie. Hier sollen nun die wichtigsten genannt werden:

  1. Bis zur Rast sind es für mich 60 km zu fahren.
  2. Die Einrichtung kann besser auf die persönlichen Wünsche abgestimmt werden.

Im Frühjahr des Jahres entschlossen sich Henry Ortmann und ich, in seinem Garten mit dem Bau zu beginnen. Als Grundstock diente eine Gartenhütte mit den Maßen 240 x 260 cm.

Es begann mit dem Fundament: Büüsche und Wurzeln wurden entfernt und wir begannen, den Graben auszuheben (das Fundament besteht "nur" aus einem Kranz, nicht aus einer Fläche). Schon diese Arbeit nahm mehrere Tage in Anspruch, denn es hatte den Anschein, als hätten wir und als Standort einen Teil der ehemaligen Stadtmauer ausgesucht - mehr als 1 m3 Bruchstein kam zum Vorschein und musste natürlich entfernt werden! Beim gießen des Fundaments stellten wir dann fest, wie stark man sich verschätzen kann, wenn es um die Mengen benötigter Baustoffe geht: Wir hatten ca. 6 - 8 Säcke Beton einkalkuliert. Hieraus wurden 27 (ca. 1.6 Tonnen!).

Für die 2 Säulen wurden 2 separate, freistehende Fundamente gegossen, damit diese keinerlei Verbindung zum Gebäude haben und so keine Schwingungen übertragen werden. Von den Süulen zum Fundament und von dort nach außen wurden Leerrohre gelegt, damit Kabel so verlegt werden können, das sie nicht stören.

Einige Tage später wurde die Hütte angeliefert und der Aufbau begann: Unter tatkräftiger Mithilfe von 2 Nachbarn wurden zunächst Boden und Wände der Hütte aufgebaut. Von der südlichen, einem Drittel der westlichen und zwei Dritteln der östlichen Wand wurden die obersten 30 cm abgetrennt und mit Leisten und Scharnieren wieder angebracht, so das diese nach unten geklappt werden können Hierdurch wird die Horizontsicht verbessert. Anschließend begann die Konstruktion des Gerüstes, auf dem das Dach komplett von der Hütte geschoben werden kann. Auf die obersten Balken wurde zur Führung der Rollen ein Alu-U-Profil geschraubt. Es stellte sich jedoch heraus, das dies zum Verkanten der Rollen führte. Auf einer Seite wurde das Profil wieder entfernt. Nun ist das Öffnen und Schließen problemlos möglich. Auch in der Hütte wurde ein Rahmen eingebaut, um das Dach zu tragen.

Abbildung 1: Die Sternwarte von aussen betrachtet. Das Rolldach und die teilweise abklappbaren Außenwände sind gut zu erkennen.

Die Wände wurden innen mit Styropor und Rigips verkleidet und tapeziert. Von innen und außen haben wir die Hütte dunkelblau gestrichen. An den Wänden wurden Arbeitsplatten und darunter je eine Schublade für Okulare, Zubehör usw. angebracht. Der Boden wurde mit PVC ausgelegt.

Alle Kabel (und das sind erstaunlich viele!) verlaufen durch Kabelkanäle. Jede Säule ist mit einer 3fach-Steckdose, einem USB-Anschluß und einer 12V-Leitung, die von einem großen Netzteil gespeist wird, ausgestattet. Hierdurch wird verhindert, das man bei der Beobachtung an Kabeln "hängen bleibt". Da wir für den Betrieb der CCD-Kamera (Starlight XPress MX7c) sowieso Notebooks benötigen, haben wir beim Bau ein Netzwerkkabel bis in das angrenzende Wohnhaus gelegt. Hierdurch ist in der Sternwarte ein Internetzugang vorhanden. Diesen nutzen wir zeitweise, um mit einer Web-Cam Live-Bilder ins Internet zu übertragen.

Das LX200 ist mit der Meade-Superpolhöhenwiege aufgebaut, die auf einer stabilen Multiplexplatte befestigt ist. Die Vixen GP/DX wird mit einer Metallplatte, auf der sich ein Adapter zur Aufnahme der Montierung befindet, auf der Säule angebracht.

Abbildung 2: Das Innere der Sternwarte. Die Säule rechts im Bild trägt das LX200, die linke Säule ist hier im Bild unbestückt.

Folgende Instrumente sind vorhanden:

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Web-Site www.sternwarte-hasslinghausen.de.


v.i.S.d.P.: Jens Kauffmann, webjournal@tiscali.de