AVRS WebJournal Ausgabe 3/2003 Astronomischer Verein Remscheid e.V.

Kurznachrichten aus Astronomie und Raumfahrt

zusammengestellt von Jens Kauffmann

Auf dieser Seite sind Pressemeldungen aus dem vergangenen Quartal gesammelt und ansatzweise ausgewertet. Die Masse an Ereignissen und Ergebnissen in Astronomie und Raumfahrt verbietet es, selektiv einige wenige Meldungen herauszugreifen und ausführlich darzustellen. Statt dessen sind die Meldungen thematisch geordnet und meist mit Verweisen auf ausführlichere Artikel versehen.

Neues zu Vorgängen im AVRS finden Sie nicht in dieser Rubrik! Sehen Sie dazu in der Rubrik "Aus dem Verein" auf der Titelseite nach.

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Inhalt

Amateurastronomie

Teleskope & Observatorien

Raumfahrt

Erde & Sonnensystem

Exoplaneten

Sterne, Gasnebel & Galaxien

Kosmologie

Fundamentale Physik

Wesentliche Quellen:

Andere Nachrichtendienste:

Siehe zu diesem Thema auch die Sammlung von Online-Nachrichtendiensten.

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Amateurastronomie

Der Mai: Monat der Finsternisse

Der Monat Mai brachte gleich 3 Finsternisse mit sich. Zunächst wanderte am Morgen des 7. Mai der Plant Merkur vor der Sonnenscheibe vorbei, dann zog der Mond am frühen 16. Mai durch den Erdschatten und bedeckte schließlich während des Sonnenaufgangs am 31. Mai teilweise die Sonnenscheibe.
weitere Informationen: AstroNews Mai, Cosmic Mirror 254, Cosmic Mirror 255

Die Mars-Opposition

Am 27. August dieses Jahres wir die Erde so nah an den Mars herankommen, wie in den letzten 59000 Jahren nicht mehr. Hierdurch wir der Mars uns besonders hell, aber vor allem auch im Fernrohr groß erscheinen. Sein Scheinbarer Durchmesser wird bis auf 25 Bogensekunden wachsen. Ähnlich günstige Beobachtungsmöglichkeiten boten sich letztmals 1924. Allerdings wird der Mars die ganze Zeit hindurch in der Nähe des Horizonts verweilen. Über eine Elevation von 25° kommt er nicht hinaus.

Leider kommt der Mars zu dieser Zeit auch der Sonne ungewöhnlich nahe. Entsprechend heizt sich die Atmosphäre auf und bereitet die Bühne für ein spektakuläres, aber unbeliebtes Naturschauspiel - Staubstürme! Sollten sich diese in den nächsten Wochen in großer Zahl erheben, soi werden sie den Blick auf die Marsoberfläche behindern.

In Schlagzeilen
Britische Kampagne gegen die Lichtverschmutzuing: Cosmic Mirror 254

Zwei helle Kometen in 2004?: Cosmic Mirror 255, Cosmic Mirror 256

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Teleskope & Observatorien

Das LSST: Der König unter den Weitfeld-Teleskopen

In den letzten Jahren hat die Computer-Technologie einem neuen Zweig der Astronomie den Weg geebnet: Der Weitfeld-Fotografie und der Überwachung großer Himmelsareale. Hierbei werden entweder große Himmelsgebiete in einem Stück aufgenommen (Weitfeld-Fotografie) oder aber nach einander viele kleine Ausschnitte aufgenommen und zu einem Mosaik zusammengesetzt (Durchmusterungen). Hierzu ist moderne Computer-Technologie notwendig, da einerseits die Teleskope teilweise automatisch arbeiten sollen, aber auch enorm große Datenmengen zu verwalten und anschliessend zu analysieren sind.

Das wohl in Europa bekannteste Projekt im Bereich der Weitfeld-Fotografie ist der Wide Field Imager (hiernach WFI) der Europäischen Südsternwarte ESO am Observatorium "La Silla" in Chile. (Siehe hierzu auch den Artikel Am Observatorium "La Silla" in Chile in dieser Ausgabe.) Die am dortigen 2.2m-Teleskop montierte hat ein Gesichtsfeld von etwa der größe des Mondes. Das mag nicht nach viel klingen, ergibt aber bei dem Auflösungsvermögen heutiger Teleskope eine Datenmenge von 142 MByte pro Aufnahme. Hiermit wurde in den letzten Jahren beispielsweise das Projekt COMBO 17 durchgeführt, bei dem ein Feld von einem Quadratgrad nach Galaxien durchsucht wurde. Da hier im Gegensatz zu etwa dem Hubble-Deep-Field ein großes Himmelsareal beobachtet wurde, gingen viel mehr Galaxien als bei vergleichbaren älteren Projekten ins Netz. Dadurch sind die wissenschaftlichen Schlußfolgerungen fundierter. Weitere Anwendungen des WFI sind die Suche nach Dunkler Materie über den Schwachen Gravitationslinseneffekt. Vergleichbare andere Projekte sind MegaCam am Canada-France-Hawaii Teleskop (Mauna Kea, 3.6 m, 1 Quadratgrad Gesichtsfeld), welches gerade in Betrieb geht, und OmegaCam für das VLT Survey Telescope (Paranal neben dem VLT, 2.6 m, 1 Quadratgrad Gesichtsfeld).

Unter den Himmelsdurchmusterungen der letzten Jahre ist vor allem der Sloan Digital Sky Survey (hiernach SDSS) bekannt geworden. Hier wird ein größer Teil des nördlichen Himmels komplett erfaßt werden. Auch hier wird die große erfaßste Himmelsfläche genutzt um seltene Objekte aus dem Sternenmeer herauszufischen. Beim SDSS wird jede Region nur ein einziges mal erfaßt. Im Gegensatz dazu beobachtet beispielsweise das High-Z SN Search Team ein kleineres Himmelsareal, dafür aber mehrmals. So k&oouml;nnen Veränderliche Sterne oder (bei anderen Projekten) sich über den Himmel bewegende Asteroiden gefunden werden.

Mit dem Large-aperture Synoptic Survey Telescope sollen alle diese Projekte gleichzeitig betrieben werden. Der komplette von dem Teleskop aus zugängliche Himmel soll kartiert werden - wöchentlich! Dazu soll ein Teleskop der 8m-Klasse bis 2011 in Betrieb genommen werden.
weitere Informationen: Pressemitteilung des National Optical Astronomy Observatory

In Schlagzeilen
MACAO, eine adaptive Optik fuer das VLT Interferometer, nimmt den Betrieb auf: AstroNews Mai, Cosmic Mirror 255

50 Millionen Radialgeschwindigkeiten von Sternen mit RAVE: AstroNews Juni, Cosmic Mirror 256

Adaptive Optik für die Sonne in Betrieb genommen: Cosmic Mirror 256

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Raumfahrt

Sojuz-Kapsel verpaß den Landeplatz

Am 4. Mai 2003 verpaßte das erste Sojuz-Raumschiff des neuen Typs TMA den vorgesehenen Landeplatz um 400 km. Dies führte zu einiger Unruhe bei den verantwortlichen Raumfahrtorganisationen, ist doch das aktuell an der ISS angekoppelte "Rettungsbot" vom gleichen Typ. Dier Vorfall ist nun jedoch aufgeklärt und die Fehlfunktion betraf nicht die Sicherheit des Fluges (AstroNews).

Der wiedereintritt verlief der Untersuchung nach nicht unkontrolliert, sondern es wurde nach dem Versagen eines Meßwetrgebers automatisch auf ein Landemanöver im Balistischen Modus umgeschaltet. Dabei werden die an der Kapsel angebrachten Raketen nicht verwendet. Die Raketen sorgen allerdings nicht nur für eine Steuerung des Manövers, sie dämpfen auch die sehr großen Beschleunigungen, denen die Astronauten sonst ausgesetzt sind. Während bei einem normalen Wiedereintritsmanöver nur Beschleunigungen von etwa 6 g auftreten, waren nun die Astronauten ihrem 8-fachen Lastvielfachem ausgesetzt.

Doch auch nach der Landung ging einiges schief. Es zeigte sich, daß in Zukunft bessere Kommunikationsmittel von Nöten sind. So wird mit dem nächsten unbemannten Raumfrachter zur ISS ein Satelliten-Telefon geschickt, welches dann an Bord des Rettungsbootes verstaut werden soll. Auch teilten die Astronauten der Rettungsmanschaft nicht mit, daß ein Ballistischer Eintritt stattgefunden hatte. So wußten die Rettungsmanschaften nicht, daß die Kapsel in einer ganz anderen Region als der durchsuchten niedergegangen war. Offenbar ist das gesamte Bergungsverfahren zu überprüfen.

Letztlich gab es auch Fehlbedienungen seitens der Astronauten. Beim Wiedereintritt wurde versehentlich das System KURS aktiviert, welches für das Koppeln an die ISS verwendet wird. Als Fazit bleibt: Die Sicherheit der letzten Landung war nicht gefährdet, jedoch wurden duch die Fehllandung etliche Mängel im System aufgezeigt.
weitere Informationen: Telepolis-Weltraum, Cosmic Mirror 254

Der Shuttle-Unfall

Auch weiterhin ist die Unglücksursache nicht abschließend geklärt, jedoch bleibt die Arbeitshypothese weiterhin ein Schaden am Hitzeschild durch den Aufschlag von Schaumstoffteilen des Treibstofftanks auf die Unterseite des Flügels Telepolis-Weltraum, (siehe auch letzte Ausgabe). Es wurden auch weitere personelle Konsequenzen gezogen. So mussten eine Flugleiterin und zwei Ingenieure ihre Schreibtische räumen (Spiegel Online).
weitere Informationen: Spiegel Dossier zum Absturz, Cosmic Mirror 254

In Schlagzeilen
Gyro am HST ausgefallen, 13. Geburtstag gefeiert: AstroNews April, Cosmic Mirror 253, Cosmic Mirror 254

Europa will das All dominieren: AstroNews Juni Cosmic Mirror 256

Sonnenobservatorium SOHO krankt erheblich, Antenne zur Übertragung wissenschaftlicher Daten verklemmt, Sicherheit der Sonde nicht gefährdet: AstroNews Juni, Cosmic Mirror 256

BeppoSAX am 29. April in der Atmosphäre verglüht: Cosmic Mirror 253

Das Prometeus-Program der NASA für nukleare Antriebe: Cosmic Mirror 253, Cosmic Mirror 254

Neues vom Rennen um den ersten touristischen Raumflug: Telepolis-Weltraum, Cosmic Mirror 253

Ariane-Trägersystem wird umstrukturiert, Kourou fü,r Sojus freigegeben: AstroNews Mai Das europäische GPS "Galileo" wird von Spanien blockiert, dann aber Probleme ausgeräumt: Telepolis-Weltraum, Cosmic Mirror 253, Cosmic Mirror 255

Die neue ISS-Krew arbeitet schwer, die Journalisten schweigen dazu: Telepolis-Weltraum, AstroNews April

Der neue Verbindungsknoten für die ISS: AstroNews April

Lichtblitze in Astronauten-Augen durch Kosmische Strahlen: AstroNews April

Amateurfilmer helfen bei der Aufklärung der Shuttle-Katastrophe: Telepolis-Weltraum

Orbital Space Plane der NASA kritisiert: Cosmic Mirror 254

Indien testet erfolgreich Rakete: Cosmic Mirror 254

Frankreich und Japan testen Mini-Shuttle bei Ballon-Abwürfen: Cosmic Mirror 254, Cosmic Mirror 256

NASA und Team Encounter bilden Sonnensegel-Allianz: Cosmic Mirror 254

ESA-Tagung der Minister, unter Anderem zu Ariane- und Rosetta-Krise: Cosmic Mirror 255

Der 2. Erfolg für die Atlas V: Cosmic Mirror 255

Japanisches Wiedereintritts-Experiment getestet: Cosmic Mirror 255

Ein neues Wettrüsten auf der Erde und im All?: Telepolis-Weltraum 1, Telepolis-Weltraum 2

Die Ziele der chinesischen bemannten Raumfahrt: Cosmic Mirror 256

Die Proton-Rakete - bereits 300 Starts: Cosmic Mirror 256

30 Ariane 5s sind bestellt: Cosmic Mirror 256

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Erde & Sonnensystem

Nun 4 Missionen auf dem Weg zum Mars

Nun sind insgesammt 4 Missionen auf dem Weg zum Mars. Bereits 1998 startete die japanische Sonde Nozomi. Nach einem Problem mit der Raketensteuerung mußte die Sonde allerdings einen "Umweg" nehmen, der sie erst jetzt zum Mars führt. Am 19. Juni passierte sie auf dem Weg zum Mars die Erde. In diesem Jahr starteten die europäische Sonde Mars Express (2 Juni) und die beiden Mars Exploration Rover der NASA (10. Juni und 7. Juli). Das Jahr 2003 eignet sich sehr für Flüge zum Mars, da der Planet der Erde sehr nahe kommt (siehe auch die Rubrik Amateurastronomie). Eine breite Übersicht zu allen Mars-Missionen bietet eine Liste von Mars-Artikeln bei AstroNews.

Die Mission Mars Express befaßt sich vor allem mit der Erkundung des Mars aus der Umlaufbahn. So soll beispielsweise der Wassergehalt des Bodens aus der Umlaufbahn vermessen werden. Die den Mars bereits umkreisende US-amerikanische Sonde 2001 Mars Odyssee hatte in den letzten Jahren Wasser in den obersten Schichten des Bodens gefunden. Mars Express soll allerdings mit seinem Boden-Radar bis in mehrere Kilometer Tiefe blicken. Mit an Bord ist aber auch der Lander Beagle 2. Neben diversen mineralogischen Experimenten soll dieser auch Experimente zur Suche von Spuren alter Lebensformen auf dem Mars durchführen. Im gegensatz zu den Viking-Sonden, die 1976 landeten, soll Beagle mit seinem deutschen Bohrer allerdings auch unter die obersten Bodenschichten blicken. Dort sind die Bedingungen für Leben vermutlich günstiger als an der Oberfläche. Allerdings: Im besten Falle bekommen wir indirekte Hinweise auf Leben. (Weitere Informationen: Telepolis-Weltraum (Teil I), Telepolis-Weltraum (Teil II), Telepolis-Weltraum (Teil III), Telepolis-Weltraum (Interview), AstroNews Juni (2 Artikel) AstroNews Mai Cosmic Mirror 254, Cosmic Mirror 255, Cosmic Mirror 256)

Die Mars Exploration Rover führen ähnliche Untersuchungen durch wie der 1997 gelandete Rover Sojurner. Mit diversen Instrumenten werden ausgewählte Felsen in der Umgebung in Augenschein genommen. Einer der Rover soll einen Krater erkunden, der vielleicht einmal ein See gewesen ist. Sollten die dort liegenden Steine jemals in einem See gelegen haben, so sollten die Instrumente dieses nachweisen können. (Weitere Informationen: Telepolis-Weltraum, AstroNews Juni (2 Artikel), Cosmic Mirror 253, Cosmic Mirror 256)

Nozomi (ex Planet-B) soll vor allem die Atmosphäre des Mars und den ihn umgebenden Raum untersuchen. Unter ihrer unbeabsichtigt langen Reise hat sie allerdings gelitten. Bei einem Sonnensturm wurden jüngst einige Netzteile beschädigt. Offiziell wird die Chance für einen wissenschaftlichen Erfolg nur mit bestenfalls 1:1 beziffert. (Weitere Informationen: Cosmic Mirror 256)

Die Ankunft von Mars Express ist für Weihnachten dieses Jahres angesetzt. Bereits am 4. Januar folgt der erste Mars Exploration Rover. Wenig später kommen der zweite Rover und (hoffentlich) Nozomi an.

Rosetta fliegt zum Kometen Churyumov-Gerasimenko

Bereits in der letzten Ausgabe berichteten wir von der Verschiebung der Rosetta-Mission zum Kometen Wirtanen. Dabei war das besondere Problem, da&%szlig; durch die Verschiebung die ursprügliche Mission undurchführbar wurde. Man mußte entweder unter Zeitdruck die Sonde auf eine andere Rakete montieren, oder aber einen anderen, weniger attraktiven Kometen anfliegen. Nun wurde beschloßen, die letztere Alternative zu wählen.

Nun hat man sich bei der ESA auf einen Flug zum Kometen Churyumov-Gerasimenko, auch "Chury" genannt, festgelegt (Cosmic Mirror 253). Allerdings ist der Lander eigentlich nicht für diesen relativ großen Kometen geeignet (Cosmic Mirror 249).

Probensammler MUSES-C zu Asteroiden gestartet

Am 9. Mai startete MUSES-C zum Asteroiden 25143 um dort im Jahr 2005 Proben zu entnehmen, die im Jahr 2007 auf der Erde abgeworfen werden sollen (Cosmic Mirror 254). Nach ihrer Ankunft bei dem Asteroiden wird die Sonde zunächst einige Monate lang den Asteroiden umkreisen und erkunden. Schließ wird sie landen, eine Probe entnehmen, und sofort wieder abheben.

Meteoriten Neuschwanstein und Pribram zwar auf gleicher Bahn, chemisch aber stark verschieden

In der Ausgabe 3/2002 berichteten wir vom Niedergang eines Meteoriten am 2. April 2002 in Süddeutschland. Die Bahn des mittlerweile aus den Namen "Neuschwanstein" getauften Meteoriten um die Sonne, der er vor dem Zusammenstoß mit der Erde folgte, konnte durch Beobachtungen der All-Sky-Kameras des DLR-Feuerkugelnetzes inzwischen sehr genau bestimmt werden. Sie ist nahezu identisch mit der des Meteoriten Pribram, der am 7. April 1959 auf der Erde niederging. (Man beachte die ebenfalls fast identischen Zeitpunkte im Jahr: 6. April und 7. April!) Untersuchungen an den Körpern zeigen allerdings, daß sie chemisch stark verschieden sind.

Und es geht weiter. Man kann ein "Strahlungsalter" für beide Körper bestimmen, welches angibt wie lange sie der Kosmischen Strahlung ausgesetzt waren. Da Meteoriten aus der Kollision von größeren Asteroiden hervorgehen und vor der Kollision tif im Inneren der Asteroiden gut vor der Kosmischen Strahlung geschützt sind, sollte das Strahlungsalter auch die Zeit wiederspiegeln, die der Meteorit zwischen seiner Geburt (Kollision der Mutter-Asteroiden) und seinem Niedergang auf der Erde im All verbracht hat. Bei Pribram wurde ein Strahlungsalter von 12 Millionen Jahren bestimmt, bei Neuschwanstein sind es allerdings 48 Millionen Jahre.

Diese starken Unterschiede in der chemischer Zusammensetzung und im Alter legen die Hypothese von Heterogenen Meteoritenströmen nahe, d.h. von Meteoriden (ein Meteorit ist ein auf die Erde niedergegangener Stein; vor dem Niedergang spricht man von Meteoriden), die auf der gleichen Bahn um die Sonne laufen, jedoch von verschiedenen Muttr-Asteroiden stammen. Eine gute theoretische Erklärung gibt es hierführ bisher nicht.

Die Entdeckung von Neptun: Belegen alte Dokumente eine versuchte Manipulation der Geschichte?

Jüngst legte der britische Astronom Nick Kollerstrom von der University of London einen Bericht über den Inhalt von lange verschollenen Aufzeichnungen zur britischen Suche nach dem Planeten Neptun (AstroNews). Der Bericht kommt zu dem Schluß, daß britische Astronomen im nachhinein versuchten ihren Anteil an der Entdeckung Neptuns bedeutender erscheinen zu lassen, als dies der Wahrheit entspricht. Allerdings scheint hierzu noch nicht das letzte Wort gfesprochen zu sein.

Sowohl in Großbritannien als auch in Frankreich hatten Mathematiker aufgrund von bisher unerklärten Bahnstörungen des Planeten Uranus die Existenz und Position eines bisher unbekannten Planeten vorhergesagt. Die Entdeckung am 23. September 1846 in der Berliner Sternwarte erfolgte aufgrund der Vorhersagen des Franzosen Urbain Jean Joseph Leverrier, jedoch behauptete der Brite John Couch Adams bereits zuvor die Position korrekt ermittelt zu haben. Dies führte zu einem lautstarken Streit zwischen Großbritannien und Frankreich.

Ein Kritikpunkt an der Arbeit von Adams sind die doch stark variierenden Positionen, die er im Laufe der Zeit für den Ort des Planeten Neptun angab. In seiner letzten Arbeit vor der Entdeckung des Neptun lieferte Adams eine Position die um 12° vom wahren Ort des Planeten abwich (SuW 10/2000, 828). Auch lieferten seine Rechnungen im Laufe der Zeit stark variierende Resultate. Ist den Briten also der Ruhm an der Entdeckung gänzlich abzusprechen?

Es gibt auch eine andere Lesart, in der Adams einfach als derjenige erscheint, der sich der möglichen Fehler bei der Bahnrechnung eher bewußt war und diese auch nicht verschleierte (SuW 11/2001, 956). In dieser Version ist es Leverrier, der aus Gründen der Eitelkeit nur eine Position veröffentlichte, um so seine Arbeit präziser erscheinen zu lassen. In seinen eigenen Aufzeichnungen finden sich ebenfalls streuende Angaben für die Position des Neptun. In dieser Version ist die "Präzision" der Bahnrechnungen Leverriers einfach auf Glück zurückzuführen. Offenbar haben die Briten auch in der Tat Neptun erstmals beobachtet, jedoch es unterlassen ihre Aufzeichnungen rechtzeitig zu reduzieren, sodaß der Planet in den aufgezeichneten Sternpositionen einfach verborgen blieb.

Das letzte Blatt scheint in dieser Geschichte also noch nicht geschrieben zu sein. Es sei nebenbei bemerkt, daß die Bahn des Planeten von beiden Astronomen falsch vorhergesagt wurde. Beide nahmen Umlaufzeiten von mehr als 200 Jahren für den Planeten an, wo die wahre Umlaufzeit bei 165 Jahren liegt. Zudem scheinen Leverrier und Adams den öffentlichen Streit sehr gelassen gesehen zu haben. Ein Zeuge der ersten persönlichen Begegnung von Leverrier und Adams beschrieb beide später als "Männer, die sich offensichtlich bewunderten und vollkommen frei von Eifersucht waren" (SuW 11/2001, 956).

Die Erde, vom Mars aus gesehen

Eine spektakuläre Aufnahme gelang am 8. Mai mit der Kamera des Mars Global Surveyor. Es zeigt einen bewohnten Planeten - unsere Erde und ihren Mond (Spiegel Online).

In Schlagzeilen

Missionen

Netlander ohne Frankreich: Cosmic Mirror 253

Neues zu der indischen Mondsonde: Cosmic Mirror 253

Beagle 2 braucht weitere Sponsoren: Cosmic Mirror 253

Cassini aus Safe-Mode erwacht: Cosmic Mirror 255

BepiColombo - Japan macht mit bei der europäischen Merkur-Mission: Cosmic Mirror 256

Stardust hat erfolgreich die Bahn geändert: Cosmic Mirror 256

Kleinkörper

Neues zum Meteoritenschauer von Chicago: Cosmic Mirror 253, Cosmic Mirror 254

Meteoriten Neuschwanstein und Pribram zwar auf gleicher Bahn, chemisch aber stark verschieden: Telepolis-Weltraum, AstroNews Mai, Cosmic Mirror 254

Meteoritenregen auf die Erde vor 500 Millionen Jahren: Cosmic Mirror 254

Alle H-Chondriten stammen von nur einem Mutterkörper: Telepolis-Weltraum

Die Entstehung der Karin-Gruppe durch Zerschmetterung des Mutter-Körpers: Telepolis-Weltraum

Röntgenstrahlung von Kometen im Labor nachgestellt: Cosmic Mirror 256

Planeten

Weitere Hinweise auf Wasser auf Mars: AstroNews Juni

Der Klimawandel auf Mars von der Sonde 2001 Mars Odyssey aus gesehen: Cosmic Mirror 256 Nun 61 Monde bei Jupiter: Telepolis-Weltraum, Cosmic Mirror 253, Cosmic Mirror 255

Simulationen von Mond-Systemen um die Gasriesen: AstroNews Mai

Rätselraten um die Titan-Oberfläche: AstroNews April (2 Artikel), Cosmic Mirror 253

Die Erde vom Mars aus gesehen: AstroNews Mai, Cosmic Mirror 255

Neptun heller geworden, wohl durch Jahreszeitenwechsel: AstroNews Mai, Cosmic Mirror 255

Winde auf Saturn in den letzten 20 Jahren um 40% langsamer geworden: Cosmic Mirror 255

Ist Europas Eiskruste 25 km dick?: Cosmic Mirror 255

Die Planeten entstanden sehr rasch, zeigt die Analyse von Meteoriten: Telepolis-Weltraum

Pluto-Mond Charon vor 25 Jahren entdeckt: Cosmic Mirror 256

Erde

"Bunker Buster" Raketen zum Mond um im Boden eingelagertes Eis zu suchen?: Cosmic Mirror 253

Kontrovers diskutierte Satelliten-Daten legen Erderwärmung um 0.2° in den letzten 20 Jahren nahe: Cosmic Mirror 254

Neue Hinweise auf prähistorisches Massensterben durch Meteoriteneinschlag: Cosmic Mirror 256

Ein Einschlag des Asteroiden 1950DA auf der Erde währe verheerend: Cosmic Mirror 256

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Exoplaneten

Satellitengestützte Planetensuche

In den letzten Wochen wurde die erste Entdeckung eines Exoplaneten mit Hilfe der Transit-Methode gefeitert (AstroNews April, Cosmic Mirror 253). Dazu betrachtet man eine große Anzahl von Sternen und mißt ihre Helligkeit. Kreist um einen dieser Sterne ein Planet und zieht dieser zufällig von der Erde aus gesehen vor seinem Mutterstern vorbei, so erscheint dem Beobachter auf der Erde für die Zeit des Vorbeigangs der Mutterstern ein wenig dunkler, da der Planet den Stern ja teilweise verdeckt.

Die Zukunft dieser Suchmethode liegt jedoch im All. Die Genauigkeit den Helligkeitsmessungen durch bodengebundene Teleskope ist einfach nicht groß genug, um auch schwache Helligkeitsäneringen genau zu messen. Am 30. Juni startete mit dem kanadischen Kleinsatellit MOST (Microvariability and Oscillations of Stars) ein erstes zur Planetensuche geeignetes Raumobservatorium (Cosmic Mirror 256, Cosmic Mirror 257). Hier steht allerdings nicht die Suche Nach Planeten, sondern vor allem die präzise Photometrie von Sternen im Vordergrund. Nicht viel anders ist es bei der europäischen Mission COROT (Convection, Rotation and Planetary Transits), die Ende 2005 Starten soll (Telepolis-Weltraum). Auf die Planetensuche ausgerichtete Observatorien folgen erst mit Kepler (NASA, 2007) und Eddington (ESA, 2008).

In fernerer Zukunft möchte man von Exoplaneten durch das Zusammenschalten von raumgestützten Teleskopen Bilder gewinnen. Dazu werden in Europa die Mission Darwin und in den USA das Projekt TPF (Terrestrial Planet Finder) betrieben (beide mit Start gegen 2015). Zuvor soll die Technik des für die Interferometrie notwendigen hochgenauen Formationsfluges mehrerer Satelliten in der Mission SMART-2 (ESA) getestet werden.

Diese und andere Projekte wurden auf der Tagung "Toward other Earths - Toward extraterrestrial Life" diskutiert. Einen Bericht dazu bietet Telepolis-Weltraum.

In Schlagzeilen
Ist SETI erfolglos da Aliens ihre Kommunikation im Rauschen "verstecken"?: Telepolis-Weltraum

CHEOPS, ein VLT-Instrument zur direkten Planetenbeobachtung ab 2008: Telepolis-Weltraum, AstroNews Juni, Cosmic Mirror 256

Spektrograph HARPS (High Accuracy Radial Velocity Planet Searcher) zur Planetensuche erfolgreich in La Silla getestet: AstroNews April Eine neuartige Methode um mit Röntegendaten Scheiben um junge Sterne zu finden: Cosmic Mirror 256

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Sterne, Gasnebel & Galaxien

Der "platteste" bekannte Stern

Mit dem kürzlich in Bertieb genommenen VLT-Interferometer wurde jüngst der Stern Achernar aufs Korn genommen (Cosmic Mirror 256). Mit dem VLT-Interferometer konnte der Durchmesser des Sterns exakt vermessen werden. Das Ergebnis: Achernar ist linsenförmig, das Achsverhältnis liegt bei 2:1! Diese Abplattung wird durch die hohe Rotationsgeschwindigkeit des Sterns verursacht. Derartige Effekte können in den normalerweise nicht dreidimensional angelegten Rechnungen für die innere Struktur von Sternen berücksichtigt werden. Es bleibt abzuwarten, ob die in den kommenden Jahren in ihrer Anzahl steigenden Beobachtungen mit Interferometern neue Impulse für das momentan etwas vernachlässigte Feld der Sternsimulationen liefern.

Verbindung von Gamma-Gay-Bursts und Supernovae etabliert

Bereits in der letzten Ausgabe berichteten wir von neuen Indizien für eine Verbindung von Supernovae und langen Gamma-Ray-Bursts (hiernach GRB). Im Falle von GRB030329 zeigte sich nämlich nach einigen Tagen der Übergang vom normalen Nachleuchten eines GRB zu dem typischen Nachleuchten einer Supernova. Nun haben die Erkenntnisse die breite Öffentlichkeit erreicht (Telepolis-Weltraum, AstroNews Juni, Cosmic Mirror 256). Es ist zu betonen, daß die Ursache der kurzen GRBs dagegen weiterhin ungeklärt ist.

Drittnächster Nachbar der Sonne bisher übersehen!

Der Rote Zwergstern SO2500.5+165258 ist nach ersten Berechnungen nach dem Alpha Centauri-System und Barnards Stern unser drittnächster Nachbar im All. Bei der Suche nach Sternen mit einer hohen Eigenbewegung ging dieses Objekt mit einer geschätzten Distanz von 7.8 Lichtjahren ins Netz. Noch steht eine exakte (parallaktische) Distanzmessung allerdings aus.

Der Stern mit einer um einen Faktor 300000 geringeren Leuchtkraft als die Sonne ist so lichtschwach, daß er bisher einfach übersehen wurde. Mit der nun verwendeten Suchmethode, die eigentlich auch garnicht auf sonnennahe Sterne abzielt, wurde bisher nur ein kleines Himmelsareal untersucht. Es könnten noch weitere Nachbarn zutage gefördert werden.

Füttern Mittelschwere Schwarze Löcher das Galaktische Zentrum?

Es war bisher ein Rätsel, warum Haufen junger Sterne in der Nähe des zentralen Schwarzen Lochs des Galaktischen Zentrums existieren. Die Kräfte nahe des zentralen Schwarzen Lochs sollten den Haufen eigentlich bereits zerrissen haben. Die detaillierte Untersuchung eines solchen Haufens hat nun eine Erklärung erbracht: Offenbar stehen in den zentren der Sternhaufen Mittelschrere Schwarze Löcher von einigen tausend Sonnenmassen, welche die Haufen zusammenhalten (AstroNews). Vermutlich sind die Mittelschweren Schwarzen Löcher zusammen mit den haufen entstanden und werden zusammen mit diesen schließlich vom zentralen Schwarzen Loch, welches eine Masse von etwas über einer Million Sonnenmassen hat, verschlungen.

Neuer Galaxientyp entdeckt

Bereits bodengebundene Aufnahmen legten es nahe, jedoch wurde nun der abschließende Beweis mit dem HST geführt: Es gibt eine Klasse bisher unbekannter, sehr kompakter Galaxien (AstroNews Mai, Cosmic Mirror 256). Die Galaxien ähneln in ihrer Größe den Kugelhaufen.

In Schlagzeilen

Sternentstehung

Induzierte Sternentstehung in M83: AstroNews Juni

Direkter Blick auf die Entstehung massereicher Sterne, Bildung durch Akkretion wahrscheinlich: AstroNews Juni

Eine neuartige Methode um mit Röntegendaten Scheiben um junge Sterne zu finden: Cosmic Mirror 256

Sterne

Polarisation bei einem Gamma-Ray-Burst legt die Wirkung von Magnetfeldern nahe, Emission vermutlich durch Synchrotron-Effekt: Telepolis-Weltraum Cosmic Mirror 256

Raumteleskop MOST (Microvariability and Oscillations of Stars) zur Untersuchung des Inneren von Sternen (Stellarseismologie) und zur Beobachtung von Exoplaneten durch Transits gestartet: Cosmic Mirror 256

Der schnelle Sonnenwind geht nicht durch Koronale Löcher, zeigt SOHO: Cosmic Mirror 255

Rätsel um die Entstehung eines metallarmen Sterns: Telepolis-Weltraum

Schwarze Löcher haben keine Oberfläche: AstroNews April

Superheiße Sterne im Visier des VLT: AstroNews April

Braune Zwerge haben eine Korona, zeigen Chandra-Daten: AstroNews April, Cosmic Mirror 253

Der "Rasensprengernebel": AstroNews Mai

Der "Bleistiftnebel": AstroNews Juni

Ein extrem tiefer Blick auf den Helix-Nebel: AstroNews Mai

Hochaufgelößte Bilder der Sonnenoberfläche: AstroNews Juni

Erstmals Magnetfeld eines Neutronensterns direkt gemessen: Cosmic Mirror 256

Eigenartige Chemische Zusammensetzungen in Doppelsternen: Cosmic Mirror 256

V838 Monocerotis kühlte nach Ausbruch in einem Jahr von 6000 auf 200 K ab: Cosmic Mirror 256

Bricht Eta Carinae in diesem Jahr aus?: Cosmic Mirror 256

Interstellare Materie

Start von SIRTF wegen Defekten an den Boostern auf 27. August verschoben: Cosmic Mirror 253, Cosmic Mirror 254

Galaxien

Distanz zum Galaktischen Zentrum geoketrisch zu (8.0±0.4) kpc bestimmt: Cosmic Mirror 256

Der "Galaxy Evolution Explorer" (GALEX), ein orbitales UV-Observatorium, ist gestartet: AstroNews April, Cosmic Mirror 253, Cosmic Mirror 254

Eisen bei Quasaren im frühen Universum beobachtet: Cosmic Mirror 253

Maximum der Sternentstehungsrate zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall?: Cosmic Mirror 253

Hochgeschwindigkeitswolken als Überreste von Galaxien: AstroNews Mai (2 Artikel), Cosmic Mirror 254, Cosmic Mirror 255

Sloan Digital Sky Survey belegt Dunkle Materie anhand der Bahnen von Zwerggalaxien: Cosmic Mirror 255

Sternentstehungsgebiet im jungen Universum aufgelößt, Staub bereits 700 Millionen Jahre nach Urknall: Telepolis-Weltraum, AstroNews April

Keine Dunkle Materie in Elliptischen Galaxien?: AstroNews April

Chandra blickt auf die Galaxien-Entstehung im frühen Universum: AstroNews Mai

Galaxienkollisionen in "Stephans Quintett": AstroNews Mai

Junge Sterne im Halo der Andromeda-Galaxie: AstroNews Mai

Sternentstehung in einer Galaxien-Kollision: AstroNews Mai

Mira-Veränderliche in Centaurus A: AstroNews Juni, Cosmic Mirror 256

Beobachtungen von Abell2029 legen kalte Dunkle Materia nahe: AstroNews Juni, Cosmic Mirror 256

Elliptische Riesen und Zwerggalaxien unterscheiden sich kaum: Cosmic Mirror 256

Staubtorus um Schwarzes Loch mit VLT-Interferometer aufgelößt: Cosmic Mirror 256

Ein Massereiches Schwarzes Loch in einer massearmen Galaxie: Cosmic Mirror 256

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Kosmologie

Staub nur 700 Millionen Jahre nach dem Urknall

Mit dem US-amerikanischen VLA konnte erstmals ein sternbildender Quasar im frühen Universum räumlich aufgelößt werden. Die Beobachtunge zeigen erstmals, waß bereits seit langer Zeit vermutet wurde: Quasare bilden enorm viele Sterne in kurzer Zeit. Während in unserer heimatgalaxie etwa 3 Sonnenmassen Gas im Jahr in Sterne umgewandelt werden, lag die Sternentstehungsrate im frühen Universum oft um einen faktor 1000 höher.

Bei den Beobachtunen des Quasars PSS J2322 kam ein Zufall zu hilfe. Ein bisher unidentifiziertes, vor dem Quasar stehendes Objekt wirkt als Gravitationslinse und bildet den gesamten Quasar als Einsteinring ab. So werden die Strukturen des Quasars vergrößert. Schließlich konnte so bewiesen werden, daß es am Rande der als Quasar in erscheinung tretenden Galaxie große, heiße Staubwolken gibt. Da diese Außenpartien weit von dem leuchtkräftigen Zentrum der Galaxie entfernt ist, wo ein Schwarzes Loch für jene die Quasar-Galaxien charakterisierende hohe Leuchtkraft verantwortlich ist, können die Gaswolken nicht von der Strahlung des Schwarzen Lochs geheizt werden. Somit bleibt nur eine Quelle für die Heizung der Wolken übrig: In ihnen müssen viele Sterne entstehen.

Auch interessant an der Arbeit ist die Bestätigung, daß es bereits 700 Millionen Jahre nach dem Urknall große Mengen an Staub gab. Hierzu sind schwere Elemente nötig, die erst nach dem Uurknall in Sternen erbrütet werden mußten. In seiner Jugend muß das Universum also gefüllt gewesen sein mit heißen, jungen Sternen. Ein derartiges Szenario währe vor 10 Jahren undenkbar gewesen.

Dieses Forschungsergebnis ist die Krönung einer langjährigen Kooperation zwischen deutschen, französischen und US-amerikanischen Astronomen. Eine wichtige Rolle nahm dabei das Max-Planck-Institut für Radioastronomie ein.

In Schlagzeilen
Kosmolgie nur mit entfernten Supernovae, ohne Hintergrundstrahlung?: Cosmic Mirror 254

HST beobachtet Supernova im frülhen Universum, wo die Hubble-Konstante noch schrumpfte: AstroNews April

Sloan Digital Sky Survey belegt Dunkle Materie anhand der Bahnen von Zwerggalaxien: Cosmic Mirror 255

Ist unser Universum einem Schwarzen Loch "entschlüpft?: Telepolis-Weltraum

Visionen zum Schwachen Gravitationslinsen Effekt: Telepolis-Weltraum

GOODS - Hubbles Blick auf den Kosmos 2 Milliarden Jahre nach dem Urknall zeigt daß kleine Galaxien zu immer größeren verschmolzen: Telepolis-Weltraum, AstroNews Juni, Cosmic Mirror 256

MOND-Theorie eines modifizierten Newtonschen Gravitationsgesetzes widerlegt: AstroNews Mai

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Fundamentale Physik

Hubble-Bilder sind zu scharf

Nach aktuellen Vorstellungen zur Quantentheorie der Gravitation sollten Bilder von weit entfernten Objekten leicht unscharf sein. Eine Untersuchung von HST-Bildern lieferte aber keine Evidenz hierzu (Telepolis-Weltraum).

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v.i.S.d.P.: Jens Kauffmann, webjournal@tiscali.de