AVRS WebJournal Ausgabe 3/2002 Astronomischer Verein Remscheid e.V.

Die Gürtel-Region des Orion mit dem Pferdekopfnebel

Die Region nahe dem Gürtel des Orion ist eine bekannte und schöne Region am Himmel. Schöne Bilder der dortigen Himmelsobjekte brachten Marc Dümpelmann und Michael Schmitz von einer Reise nach Teneriffa mit; ihren Reisebericht brachten wir in der letzten Ausgabe, während die Bilder dazu in dieser Ausgabe folgen. Der Pferdekopfnebel, ein Teil der aufgenommenen Region, war bereits Titelbild der letzten Ausgabe.

Über das Objekt

Das Sternbild Orion - der Himmelsjäger - ist nicht nur eines der bekanntesten Sternbilder, es enthält auch viele interessante und schöne Himmelsobjekte. In der Zentralregion des Sternbildes, nahe des linken "Gürtels" des Sternbildes (der hellst Stern in der Aufnahme), liegt eine besonders farbenreiche Region (siehe Abbildung). Neben dem "Flammennebel" (NGC2024; links oben im Bild) ist die rot leuchtende HII-Region (sprich "H-2") IC434 (verläuft diagonal durch die Bildmitte), auf der die "Pferdekopfnebel" genannte Staubwolke (B33; in Bildmitte) liegt, hier zu finden. Als Übersichtsaufnahme ist Abbildung 1 aus dem Bildteil der Exkursion geeignet.

Abbildung 1: Die Region nahe des linken (östlichen) Gürtelsternes "Alnitak" des Orion (der hellste Stern im Bild). Norden ist grob oben, Osten links. Der "Flammennebel" (NGC2024; links oben im Bild), die rot leuchtende HII-Region IC434 (verläuft diagonal durch die Bildmitte) und die als "Pferdekopfnebel" bekannte Staubwolke (B33; in Bildmitte; siehe letzte Ausgabe für eine Detailaufnahme) sind zu sehen. Aufnahme: Michael Schmitz & Marc Dümpelmann, AVRS.

Der "Flammennebel" ist als sehr aktive Sternentstehungsregion bekannt. Infrarotaufnahmen zeigen tief in Staubwolken eingebettete junge Sterne, die nun die Staubwolken von innen beleuchten und dem "Flammennebel" dadurch sein Aussehen verleihen. (Für Spezialisten: Der "Flammennebel" ist eine Kombination von Reflektionsnebel und HII-Region.)

Die HII-Region IC434 liegt an der Oberfläche einer gigantischen Staubwolke, die einen Großteil der linken Bildhälfte einnimmt. Sie ist hier nur dadurch zu erkennen, daß links von IC434 weniger Sterne als rechts von ihr zu sehen sind; Sterne hinter der Staubwolke sind von der Wolke verdeckt. Der "Pferdekopfnebel" ist ein Teil der Staubwolke der sich vor IC434 schiebt und zum Teil verdeckt. Ausführlich beschrieben wir dieses Objekt in der letzten Ausgabe. Auch in der riesigen Staubwolke links von IC434 entstehen Sterne. Der hellere Stern nahe dem "Pferdekopfnebel" bricht gerade aus der Staubwolke hervor. Er beleuchtet sie und erzeugt den blauen, ihn umgebenden Nebel.

Über die Aufnahme

Das Bild entstand bei der Exkursion nach Teneriffa, über die wir in der letzten Ausgabe berichteten. Michael Schmitz & Marc Dümpelmann brachten viele Aufnahmen mit, die in der aktuellen Ausgabe gezeigt sind. Das Bild wurde mit einem ED-Apo-Refraktor (114/600) mit Deep-Sky-Filter aufgenommen. Die Belichtungszeit betrug 40 Minuten. Als Film wurde Kodak Ektachrome 200 verwandt, der in der Entwicklung auf 400 ASA gepuscht wurde.

Jens Kauffmann


v.i.S.d.P.: Jens Kauffmann, webjournal@tiscali.de