AVRS WebJournal Ausgabe 2/2004 Astronomischer Verein Remscheid e.V.

Kurznachrichten aus Astronomie und Raumfahrt

zusammengestellt von Jens Kauffmann

Auf dieser Seite sind Pressemeldungen aus dem vergangenen Quartal gesammelt und ansatzweise ausgewertet. Die Masse an Ereignissen und Ergebnissen in Astronomie und Raumfahrt verbietet es, selektiv einige wenige Meldungen herauszugreifen und ausführlich darzustellen. Statt dessen sind die Meldungen thematisch geordnet und meist mit Verweisen auf ausführlichere Artikel versehen.

Neues zu Vorgängen im AVRS finden Sie nicht in dieser Rubrik! Sehen Sie dazu in der Rubrik "Aus dem Verein" auf der Titelseite nach.

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Inhalt

Amateurastronomie

Teleskope & Observatorien

Raumfahrt

Erde & Sonnensystem

Exoplaneten

Sterne, Gasnebel & Galaxien

Kosmologie

Fundamentale Physik

Wesentliche Quellen:

Andere Nachrichtendienste:

Siehe zu diesem Thema auch die Sammlung von Online-Nachrichtendiensten.

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Amateurastronomie

Drei helle Kometen - jedoch nur einer imposant am Nordhimmel

Schon seit längerem ist bekannt, daß die Kometen C/2001 Q4 (NEAT) und C/2002 T7 (LINEAR) im Mai recht hell werden sollen (siehe Jahresvorschau 2004). Anfang April gesellte sich noch der Komet C/2004 F4 (Bradfield) den beiden hinzu (Cosmic Mirror 276). Allerdings wird nur C/2001 Q4 (NEAT) einen wirklich spektakulären Anblick am Abendhimmel bieten. Die Homepage der VdS-Fachgruppe Kometen bietet eine ständig aktualisierte Übersicht aktueller Kometen.

Der Komet C/2004 F4 (Bradfield) tauchte nach einem Vorbeigang nahe der Sonne am 22. April wieder am Nordhimmel auf, hatte aber nur noch eine Helligkeit um 4 mag. Im Mai werden nun C/2001 Q4 (NEAT) und C/2002 T7 (LINEAR) Helligkeiten um 2 mag erreichen und somit auffällige Himmelsobjekte werden, aber nur C/2001 Q4 (NEAT) ist zu diesem Zeitpunkt auch am Nordhimmel sichtbar.

Komet C/2001 Q4 (NEAT) taucht am 8. Mai tief am südwestlichen Abendhimmel auf. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Mond die Beobachtungen nicht stören (AstroNews). In den darauf folgenden Tagen steigt der Komet rasch am Himmel weiter auf. Beobachtungen sind erst ab 23:00 bis 24:00 Uhr sinnvoll, den Beobachter könnte aber ein Schweif von 10° Länge für die Mühen entlohnen.

Komet C/2004 F4 (Bradfield) wird nun zunehmend schwächer, C/2002 T7 (LINEAR) wird erst im Juni, wenn die Helligkeit des Kometen schon deutlich zurückgegangen ist, am Nordhimmel sichtbar (Analyse D. Fischer). Somit müssen wir in Deutschland mit dem Kometen C/2001 Q4 (NEAT) zufrieden geben.

In Schlagzeilen
Asteroid in frei verfügbaren Daten von Spacewatch gefunden: Cosmic Mirror 271

Karten zur durchschnittlichen Bewölkung, optimal zur Reiseplanung: Cosmic Mirror 272

Veränderlicher Nebel von Amateur entdeckt: AstroNews März

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Teleskope & Observatorien

Aus für Hubble?

Ein erstes Opfer der neuen US-Weltrauminitiative scheint das Weltraumteleskop Hubbe zu sein. Eine für 2006 geplante Wartungsmission wurde gestrichen. Grund für die Streichung des dazu notwendigen Shuttle-Fluges sollen offiziell Sicherheitsprobleme sein. Nach dem Shuttle-Absturz Anfang 2003 soll das Shuttle nur noch zur ISS fliegen um dort parken zu können, sollten Schäden am Raumschiff festgestellt werden. Inoffiziell wird allerdings angenommen, daß die NASA einfach für andere Raumfahrtprojekte der Weltrauminitiative sparen will.

Die Servicemission - es währe die 4. ihrer Art - ist notwendig da dringend das Teleskop stabilisierende Kreisel ausgetauscht werden sollen. Zudem war der Einbau neuer Kameras geplant. Eine Wartungsmission sollte den Einsatz des Weltraumteleskops bis 2010 verlängern.

Das Space Telescope Institute und andere Organisationen haben inzwischen Unterschriftenaktionen gestartet. Es ist allerdings zweifelhaft das die NASA die Entscheidung überdenkt.

weitere Informationen: AstroNews Januar, AstroNews Februar, Cosmic Mirror 270

Haben Hipparcos-Paralaxen 10% Fehler?

In den frühen 1990er Jahren vermaß der Satellit Hipparcos hochgenau die Positionen von etwa 100000 Sternen. Da die Verarbeitung der Rohdaten, also die Erstellung eines Kataloges mit Sternpositionen, mathematisch außerordentlich anspruchsvoll war, wurden die Daten parallel von zwei von einander unabhängigen Gruppen verarbeitet. Nachdem die beiden Datensätze abgeglichen waren wurden die Daten 1997 veröffentlicht.

Neben den Sternpositionen enthält der Katalog auch Sternentfernungen, die aus den jahreszeitlichen Schwankungen der Sternpositionen, sogenannten Parallaxen, abgeleitet worden waren. Seitdem wird kontrovers über die Zuverlässigkeit der Distanzmessungen gestritten. Insbesondere die Hipparcos-Distanz der Plejaden ist etwa um 10% geringer als mit allen anderen Methoden geschätzt.

Allerdings maß bisher nur Hipparcos die Entfernung der Plejaden - bei den anderen Entfernungsangeben handelt es sich um Schätzungen anhand des Vergleichs der Sterneigenschaften in den Plejaden und der Sonnenumgebung. Nun aber wurde die Bewegung eines Doppelsternes in den Plejaden mit einem optischen Interferometer vermessen. Hiermit läst sich ebenfalls die Distanz der Plejaden mit rein trigonometrischen Mitteln messen. Auch diese Doppelstern-Distanz legt nahe, daß Hipparcos Sternentfernungen systematisch unterschätzte.

weitere Informationen: Telepolis-Weltraum, Cosmic Mirror 271

In Schlagzeilen
VLT erhält erstes Zusatz-Teleskop: Telepolis-Weltraum, Cosmic Mirror 271

Ein neues Gamma-Observatorium in Utah: Cosmic Mirror 270

Finland tritt der ESO bei: Cosmic Mirror 272

Submillimeter Array in Betrieb: Cosmic Mirror 272

Sloan Digital Sky Survey macht 6 Terabyte öffentlich zugänglich: Cosmic Mirror 274

Submillimeterteleskop mit 25m Durchmesser gegen 2012 in Chile geplant: Cosmic Mirror 274

Neutrinodetektor ANITA: Cosmic Mirror 274

Philip-Morris-Forschungspreis geht an Bonner Radioastronomen: AstroNews Januar

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Raumfahrt

Bushs Weltrauminitiative

Nach halbjährigem Gebrodel in der Gerüchteküche hat Präsident Bush am 14. Januar endlich seine Weltrauminitiative vorgestellt. Bis 2020 will man zum Mond zurückkehren, danach soll der Mars das Ziel werden. Die besondere Idee dabei: Am Anfang soll die Initiative nichts kosten. Durch Umschichtung im NASA-Haushalt sollen die Notwendig gemacht werden - vermutlich auf dem Rücken anderer Projekte.

Die Kernpunkte der Initiative sehen folgendermaßen aus. Nach dem Aufbau der ISS bis 2010 soll der Betrieb des Shuttle eingestellt werden. Ein paar Jahre später soll das "Crew Exploration Vehicle" für den Transport erstmals zum Einsatz kommen. Dieses soll auch für Flüge zum Mond geeignet sein, der vielleicht 2015 erstmals wieder besucht wird und zu dem es gegen 2020 einen Pendelverkahr geben soll um eine Station aufzubauen. Danach soll der Flug zum Mars das nächste Ziel werden. Neben diesen konkreten Zielen wurde leider kein konkreter Finanzierungsplan vorgestellt.

Man kann spekulieren, daß diese "Initiative" mit der Präsidentschaftswahl 2004 zu tun hat. Auch die Geschichte lehrt die Initiative mit Vorsicht zu genießen: Schon 1989 rief Vater Bush den erneuten Flug zum Mond aus. Zudem erscheint die neue Initiative im Lichte der Kürzungen der letzten Jahre in NASA-Haushalt wenig glaubhaft.

weitere Informationen: Telepolis-Weltraum, Telepolis-Weltraum 2, Telepolis-Weltraum 3, Telepolis-Weltraum 4, Cosmic Mirror 270

In Schlagzeilen
Chinesisch-Europäischer Cluster-Nachfolger "Doubble Star" gestartet: Cosmic Mirror 268

ISS hatte Leck: Cosmic Mirror 269

Russische Nutzungsverträge für Baikonur bis 2050 verlängert: Cosmic Mirror 269

China fliegt erst 2005 wieder bemannt: Cosmic Mirror 270

USA begüßen aktuelle Entwicklung von Galileo, weiterhin Streit um Frequenzen, mögliche Betreiber ausgewählt, auch Israel macht mit: Telepolis-Weltraum, Cosmic Mirror 270, Cosmic Mirror 271, Cosmic Mirror 272, Cosmic Mirror 273, Cosmic Mirror 275

Testflug von X-43, Mach 7 für 11 Sekunden: Cosmic Mirror 271, Cosmic Mirror 272, Cosmic Mirror 275

Erster Meteosat der 2. Generation in Betrieb: Cosmic Mirror 271

Investitionsprogramm für Ariane 5 beschlossen: Cosmic Mirror 272

Sechs Tote bei indischem Raketenunglück: Cosmic Mirror 272

Leiter der russischen Raumfahrtagentur nach Reorganisation pensioniert: Cosmic Mirror 274

Raumfahrtträume des Pentagon: Cosmic Mirror 274

Deutscher Shuttle macht Rolltests: Cosmic Mirror 274

Griechenland und Luxemburg treten Ende 2005 der ESA bei: AstroNews März, Cosmic Mirror 275

Raumschlepper soll 2007 Fliegen: Cosmic Mirror 275

Tests zur Space Interferometry Mission laufen an: Cosmic Mirror 275

Experimentenkapsel von Shenzhou V geht nach 152 Tagen außer Betrieb: Cosmic Mirror 275

Brasilianisches Raketenunglück vom AUgust 2003 durch Mißmanagement: Cosmic Mirror 275

Matroshka mißt Strahlenbelastung von Astronauten an Bord der ISS: AstroNews

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Erde & Sonnensystem

Rosetta ist gestartet!

Nach jahrelanger Planung, einem jammervollen Startabbruch im Jahr 2003 und hitziger Überarbeitung der Mission ist am 2. März endlich zum Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko gestartet, den die Sonde 2014 erreichen soll. Rosetta ist die bisher nierteste und aufwändigste Kometenmission.

Bereits im Januar 2003 zum Kometen Wirtanen starten. Dieser Flug wurde allerdings aufgrund von Problemen mit der für den Start verwendeten Ariane 5 aufgehoben (siehe WebJournal 1-2/03). In den darauf folgenden Monaten wurde zunächst ein neuer Zielkomet gesucht, denn nach Wirtanen hatte sich das Startfenster geschlossen. Schließlich wurde 67P/Churyumov-Gerasimenko - oder auch "Chury" - ausgewählt. Rosetta soll den Kometenkern umkreisen und erkunden, sowie einen Lander absezten. Der Lander wurde kürzlich auf den Namen Philae getauft.

weitere Informationen: Telepolis-Weltraum, AstroNews Januar, AstroNews Februar, AstroNews März, Cosmic Mirror 269, Cosmic Mirror 270, Cosmic Mirror 272, Cosmic Mirror 273, Cosmic Mirror 274

Mars im Schlaglicht

Gleich 5 Missionen erreichten zum Jahreswechsel 2003/04 den Mars. Leider konnte allerdings die japanische Mission Nozomi nicht in die vorgesehene Umlaufbahn einschwenken und der Lander Beagle 2 ist verschollen. Die NASA-Rover Spirit und Opportunity und der ESA-Orbiter MarsExpress begannen allerdings sehr erfolgreich ihre Missionen. Wir stellen die aktuellen Entwicklungen in einem Artikel in dieser Ausgabe dar.

Stardust besucht den Kometen Wild 2

Am 2. Januar passierte die Sonde Stardust den Kometen Wild 2 in einer Distanz von 250 km. Die Kamera der Sonde zeigte sehr deutlich den Kometenkern, einschließch der Entstehungsgebiete der Staubjets. Auf die Sonde auftreffende Teilchen wurden von einigen Staubdetektoren analysiert - vor allen dingen aber auch gesammelt!

Die Staubteilchen wurden während des Vorbeifluges mit einem aus speziellem, sehr weichen Kunsstoff bestehenden Staubfänger eingesammelt. Dieser soll am 15. Januar 2006 in einer Landekapsel über den USA abgeworfen werden. Die so zur Erde gebrachten Staubteilchen können dann in Labors auf der Erde untersucht werden. Da Kometenmaterial aus recht ursprünglichem Material bestehen dürfte, erhofft man sich von der Untersuchung des Kometenstaubes Hinweise auf die Entstehung des Sonnensystems.

weitere Informationen: Telepolis-Weltraum, AstroNews Januar, Cosmic Mirror 268, Cosmic Mirror 269, Cosmic Mirror 275

Riesen-Asteroid Sedna - Erster Asteroid der Oortschen Wolke gefunden?

Mit einer Apheldistanz von 990 AE kann Sedna der erste bekannte Asteroid der Oortschen Wolke sein. Bereits im November 2003 wurde der offiziell 2003 VB12 genannte Asteroid im äu&szlug;eren Sonnensystem entdeckt. Der Durchmesser sollte irgendwo zwischen 1300 und 1700 km liegen, ist also ebenfalls beachtlich und läßt erneut die Diskussion um die Frage "Was ist ein Planet?" aufkommen. Sedna hat eine minimale Sonnendistanz von 76 AE, liegt damit deutlich außerhalb der Plutobahn und ist eines der am weitesten entfernten und beobachtbaren Objekte im Sonnensystem überhaupt.

Sedna könnte der erste bekannte Asteroid der Oortschen Wolke sein. Diese wurde aufgrund den Bahnparameter sogenannter Langperiodischer Kometen postuliert. Solche Kometen haben Umlaufzeiten von mehr als 100 Jahren und kommen somit aus großer Sonnenentfernung. Im Gegensatz zu jenen Kometen die aus dem Kuipergürtel stammen und sich in der Bahnebene der großen Planeten bewegen, scheinen Langperiodische Kometen aus allen Richtungen zu kommen. Als Reservoir für die Langperiodischen Kometen postulierte man deshalb eine sphärische Wolke von Asteroiden und Kometenkernen, in deren Zentrum die Sonne steht.

weitere Informationen: Telepolis-Weltraum, AstroNews März, Cosmic Mirror 274, Cosmic Mirror 275

In Schlagzeilen

Sonne

Ausbruch vom 4. November 2003 klassifiziert als X45!: Cosmic Mirror 274

Liste technischer Auswirkungen der Sonneneruptionen Oktober und November 2003: Cosmic Mirror 274

Missionen

SMART-1 entkommt dem irdischen Strahlungsgürtel, Nutzlast getestet, Software umgeschrieben: Cosmic Mirror 269, Cosmic Mirror 270, Cosmic Mirror 271, Cosmic Mirror 272, Cosmic Mirror 273, Cosmic Mirror 275

ExoMars der ESA nicht vor 2009: Telepolis-Weltraum

Start des Lunar Trailblazer: Cosmic Mirror 271

DAWN beschlossen: Cosmic Mirror 273

Indische Mondmission bereits 2007: Cosmic Mirror 273

Chinesische Mondmission bereits 2006: Cosmic Mirror 275

Messenger startet nicht vor Ende Juli: Cosmic Mirror 274, Cosmic Mirror 275

Ulysses spart an Heizenergie: Cosmic Mirror 275

Kleinkörper

Kohlenstoff in Schweifen legt Kometenursprung außerhalb des Sonnensystems nahe: Cosmic Mirror 269

Riesen-Kleinplanet ausserhalb Plutobahn entdeckt: Cosmic Mirror 272

Asteroid 2004 AS1 und der vermeindliche Einschlag auf der Erde: Cosmic Mirror 272

Ulysses durchfliegt Kometenschweif: Cosmic Mirror 272

Fast-Mond von Erde entdeckt, ideal für Missionen mit Probenrückführung: Cosmic Mirror 275

20m-Asteroid passierte Erde in 49400km Distanz: Cosmic Mirror 275

Mutterkörper der Quadrantiden identifiziert: AstroNews Januar

Die Doppel-Asteroiden des Kuipergürtel: Telepolis-Weltraum

Planeten

Uranus und Neptun - Unterschiede und Gemeinsamkeiten: AstroNews Januar

Saturn erstmals im Röntgenlicht detektiert: AstroNews März, Cosmic Mirror 270

Merkur im Visier einer Höhenrakete: Cosmic Mirror 271

Ulysses besucht Jupiter: Cosmic Mirror 271, Cosmic Mirror 272

Ungewöhnlicher Fleck in Jupiters Atmosphäre: Cosmic Mirror 273

Magnetfeld von Uranus und Neptun mit kleinem konvektivem Kern erklärt: AstroNews März, Cosmic Mirror 274

Metallschnee auf der Venus?: AstroNews Februar

Doch Bakterien im Marsmeteoriten ALH84001?: Telepolis-Weltraum, AstroNews Februar

Wie lange konnte sich Leben auf dem Mars entwickeln?: Telepolis-Weltraum

Merkur- und Venustransit: AstroNews März

Wie findet man Leben auf Mars?: Telepolis-Weltraum

Was erwartet Huygens auf Titan?: Telepolis-Weltraum

Mars-Methan deutet auf gegenwärtiges Leben hin: Telepolis-Weltraum

Erde und Mond

Kosmische Strahlung hat keinen Einfluß auf Erdklima: Cosmic Mirror 271

"Nuklearer Winter" vor 1500 Jahren durch 500m Asteroiden?: AstroNews Februar

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Exoplaneten

In Schlagzeilen
Jeder zehnte Stern in der "Bewohnbaren Zone" der Milchstraße?: Telepolis-Weltraum, Cosmic Mirror 268

Planet heizt Stern auf: Cosmic Mirror 269

Die Staubscheibe von AU Mic: AstroNews März, Cosmic Mirror 273

Neue Ideen zur Panspermie: Telepolis-Weltraum

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Sterne, Gasnebel & Galaxien

Stern vermutlich von Schwarzem Loch zerrissen

Im März 2001 mit den Röntegenobservatorien Chandra und XMM-Newton durchgeführte Beobachtungen der Galaxie RXJ1242-11 belegen, daß im Winter 1991/92 das zentrale Schwarzte Loch der Galaxie einen Stern verschluckte. Hierdurch wurde ein im Zentrum der Galaxie schlummerndes, ansonsten unauffälliges Schwarzes Loch nachgewiesen und der Prozess des Nachleuchtens studiert.

Die neuen Beobachtungen legen einerseits die Lichtkurve des seit 1992 abklingenden, aber noch immer nicht verloschenen, Nachleuchtens fest. Auch wurde mit XMM-Newton erstmals das Nachleuchten spektral untersucht. Andererseits ermöglichte erst die hohe Winkelauflösung von Chandra das Nachleuchten eindeutig der Galaxie RXJ1242-11 zuzuordnen.

Beobachtungen wie diese helfen zu verstehen, wie Scharze Löcher gefüttert werden. Einerseits verschlußcken Schwarze Löcher ganze Sterne, andererseits aber auch diffuses Gas. Welcher Prozess bedeutender ist ist eine offene Frage der Astronomie.

weitere Informationen: Telepolis-Weltraum, AstroNews Februar, Cosmic Mirror 272

In Schlagzeilen

Sternentstehung

Braune Zwerge entstehen wie Sterne: Cosmic Mirror 270

Ein junger, aus einem Sternhaufen entkommener Stern: Cosmic Mirror 269

Sterne

Rekordstern 40 Millionen mal heller als die Sonne entdeckt: Cosmic Mirror 269

Sloan Survey enthüllt exotische Doppelsterne: Cosmic Mirror 269

HST studiert Atmosphäre von Beteigeuze: Cosmic Mirror 269

Begleitstern von Supernova entdeckt: Cosmic Mirror 269

Planetarische Nebel nur in Doppelsternen?: Cosmic Mirror 269

Erster Doppelpulsar entdeckt: Telepolis-Weltraum, Cosmic Mirror 269

Superrelativistische Jets auch von Neutronensternen: Telepolis-Weltraum, Cosmic Mirror 270

Ein Suchprogramm für sonnennahe Sterne: Cosmic Mirror 270

Stern vor und nach Supernova beobachtet: Cosmic Mirror 271

Begleiter von in Supernova aufgegangenem Stern gefunden: Telepolis-Weltraum, AstroNews Februar

Gamma-Ray-Burst erstmals im Röntgenbereich erfaßt: AstroNews Januar, Cosmic Mirror 271

Die Schockwellen der Supernova 1987A: Cosmic Mirror 272

"Diamanten-Stern" ist wirklich kristallin: AstroNews Februar, Cosmic Mirror 272

Und wieder Mittelschwere Schwarze Löcher - diesmal aus Röntgenbeobachtungen erschlossen: Cosmic Mirror 273

Innenbereich von Akkretionsscheibe eines Neutronensterns beobachtet: AstroNews Februar, Cosmic Mirror 273

Gigantische fossile Jets nahe des Sonnensystems?: Cosmic Mirror 273

Supernova 2002IC - Weißer Zwerg explodiert in Zirkuumstellarer Scheibe: Cosmic Mirror 275

Jet eines Schwarzen Lochs unter der Lupe: AstroNews Januar

Braune Zwerge - Ein Überblick: Telepolis-Weltraum

Interstellare Materie

Erstmals Silikate in Staub nachgewiesen: Cosmic Mirror 273

Veränderlicher Nebel von Amateur entdeckt: AstroNews März

Galaxien

Spiralgalaxie bei Entwicklung während Kollision mit Haufen beobachtet: Cosmic Mirror 269

Größte Gravitationslinse hat 33 Bogensekunden Durchmesser: Cosmic Mirror 269

Zwerggalaxien der M81 Gruppe: Cosmic Mirror 269

Zwerggalaxien umkreisen den Andromeda Nebel: Cosmic Mirror 272

"Diffuse" Gammastrahlung des Galaktischen Zentrums in Punktquellen aufgelößt: Telepolis-Weltraum, AstroNews März, Cosmic Mirror 275

Röntgenstrahlung des Galaktischen Zentrums durch Zerfall Dunkler Materie?: Cosmic Mirror 275

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Kosmologie

Galaxien möglicherweise bei z>7 gefunden

Gleich zweimal innerhalb von 2 Wochen wurde der Entfernungsrekord für ferne Galaxien gebrochen. Am 15. Februar wurde die Entdeckung einer Galaxie bei einer Rotverschiebung von z=6.6 bis 7.1 mit HST (Fotografie mit ACS) und Keck (Spektroskopie) bekannt gegeben (z.B. HubbleSite PR; Details über arXiv.org). Am 1. März folgte die Meldung einer Galaxienentdeckung bei z=10 mit dem VLT (Fotografie und Spektroskopie; z.B. ESO PR; Details über arXiv.org). In beiden Fällen wurde ein als Gravitationslinse wirkender Galaxienhaufen genutzt um das Licht von hinter dem Haufen stehenden Galaxien zu verstärken.

Allerdings werden die bestimmten Rotverschiebungen sehr kontrovers diskutiert. Für die Galaxie bei z=7 wurden keine Linien beobachtet, sondern Eigenschaften des stellaren Kontinuumlichts im Spektrum zur Analyse herangezogen. Bei der Galaxie um z=10 wurde eine Linie beobachtet, die Identifikation als Lyman-Alpha, auf welcher die bestimmte Rotverschiebung basiert, ist aber umstritten.

weitere Informationen: AstroNews Februar, Cosmic Mirror 272, Cosmic Mirror 273

HUDF & GEMS: Tiefe und flache Beobachtungen mit Hubble

Für das Hubble Ultra Deep Field (HUDF) schaute die Advanced Camera for Surveys (ACS) insgesamt 11.3 Tage lang auf ein Feld ferner Galaxien. Ausbeute sind etwa 10000 Galaxien, teilweise mit vermutlichen Rotverschiebungen zwischen 7 und 12. Damit stellt das neue Hubble Ultra Deep Field die bekannten Hubble Deep Fields (Nord und Süd) aus den Jahren 1995 bis 1998 weit in den Schatten. Die Auswertung der Daten wird die Forschung noch lange beschäftigen.

Das unter deutscher Leitung stehende Projekt Galaxy Evolution from Morphology and Spectral Energy Distributions (GEMS) dagegen produzierte ein aus 78 ACS-Aufnahmen bestehendes Mosaik. Hier stehen nicht die am weitesten entfernten Galaxien im Mittelpunkt, sondern es soll eine repräsentative Stichprobe eines Breichs am Himmel genommen werden. Tiefe Aufnahmen - wie etwa das HUDF - haben nämlich nur einen begrenzten Aussagewert, da das studierte Himmelsvolumen klein ist.

weitere Informationen zum HUDF: Telepolis-Weltraum, AstroNews März, Cosmic Mirror 270, Cosmic Mirror 273

weitere Informationen zu GEMS: AstroNews Januar

Ferne Supernovae untermauern Kosmologische Konstante

Die wesentliche Evidenz für die Dunkle Energie, eine das Universum auseinander treibende Kraft, kommt aus der Beobachtung ferner Supernovae. Diese erscheinen uns dunkler als es ihre aus der Rotverschiebung bestimmte Distanz vermuten läßt. Dies ist am einfachsten durch eine beschleunigte Expansion des Universums zu erklären.

Diese Fakten sind seit 1997 bekannt. Die beobachtete "Abschwächung" der Supernovae-Hellikeit mit zunehmender Distanz ist der gegenwärtig wichtigste Hinweis auf die Präsenz der Dunklen Energie. Allerdings wurden nur eine Hand voll Supernovae bei den für die Untersuchungen notwendigen Rotverschiebungen um z=1 und mehr entdeckt. Nun konnten der Datenbank 42 weitere Supernovae hinzugefügt werden, darunter 6 der bisher 7 am weitesten entfernten beobachteten Supernovae.

Die neu beobachteten Supernovae erlauben auch das Big-Rip Szenario für das Ende des Universums besser einzuschränken. Der Big-Rip - also das "Große Zerreißen", bei dem letztendlich gar Atomkerne vom Druck der Dunklen Energie gesprengt werden sollen - basiert auf der Vermutung, daß gegenwärtig die Bedeutung der Dunklen Energie im Universum zunimmt. Diese Zuwachsrate schränken die beobachteten Supernovae ein. Demnach soll das Universum nicht in den kommenden 30 Milliarden zerrißen werden.

weitere Informationen: Telepolis-Weltraum, AstroNews Februar, Cosmic Mirror 272

Kritik am Kosmologischen Standardmodell

Möglicherweise wurde der Einflu&szluig; des Sunyaev-Zeldovich-Effekt auf die Kosmische Hintergrundstrahlung bisher unterschätzt. Aus dem Vergleich der Häufigkeit groß- und kleinskaliger Helligkeitsschwankungen der Kosmischen Hintergrundstrahlung werden die aktuell verwendeten Parameter des Kosmischen Standardmodells - also z.B.die Bedeutung von Dunkler Materie und Energie - abgeleitet. Diese Helligkeitsschwankungen sind allerdings vielleicht nicht ausschlißlich durch den Urknall vorgegeben, wie bisher angenommen, sondern werden zum Teil durch die Wechselwirkung der Kosmischen Hintergrundstrahlung mit dem Gas ferner Galaxien durch den Sunyaev-Zeldovich-Effekt (SZ-Effekt) hervorgerufen.

Unter dem SZ-Effekt versteht man die Streuung von Lichtteilchen an dem ionisierten Gas ferner Galaxien. Ein Lichtteilchen trifft dabei ein Ion, der Zusammenstoß ändert die Energie des Lichtteilchens. Erfolgt der Zusammenstoß für viele Lichtteilchen, so wird die Helligkeitsverteilung der Kosmischen Hintergrundstrahlung in Richtung der Galaxie beeinflußt.

Dieser Effekt wurde bereits bisher in der Analyse der Kosmischen Hintergrundstrahlung berücksichtigt, allerdings ist der Einfluß des SZ-Effektes offenbar stärker als bisher angenommen. Darauf weißt der Vergleich von mit dem Satelliten WMAP aufgenommenen Karten der Kosmischen Hintergrundstrahlung mit verschiedenen Galaxienkatalogen hin. In Richtung auf Galaxienhaufen scheint die Kosmische Hintergrundstrahlung schwächer zu sein.

Auch wenn der SZ-Effekt vernachlässigbar sein sollte, so stehen starke Schwankungen der Kosmischen Hintergrundstrahlung, die jüngst mit dem Very Small Array auf Teneriffa beobachtet wurden, in Konflikt mit dem Standardmodell. Die Intensitätsschwankungen der Kosmischen Hintergrundstrahlung wurden durch Quanten-Fluktuationen während der Inflationären Phase des Universums bestimmt. Eventuell müssen Modelle dieser Phase abgeändert werden.

Abschließend eine Einschätzung der gegenwärtigen kosmologischen Modelle. Mit der Kosmischen Hintergrundstrahlung steht der Astronomie eine prächtige Sonde der Struktur des Universums zur Verfügung. Ihre Analyse muß allerdings (heute noch) von vielen Annahmen ausgehen, die nicht immer bis ins letzte getestet werden können. Die "Standard-Kosmologie" stellt die beste Beschreibung der gegenwärtigen Beobachtungen dar, jedoch kann sie sehr einfach unter der Last der unberücksichtigten Faktoren zu Fall kommen.

weitere Informationen zum Einfluß des SZ-Effektes: AstroNews Februar, Cosmic Mirror 272

weitere Informationen zu starken Schwankungen der Hintergrundstrahlung: AstroNews März

In Schlagzeilen
Galaxienkette von 300 Millionen Lichtjahren Länge stellt Kosmologie in Frage: Cosmic Mirror 269

Frühes Universum schon erstaunlich weit entwickelt: Cosmic Mirror 269

Weitere Hinweise auf Dunkle Energie: Telepolis-Weltraum

Keine Hinweise auf Schwankungen der Naturkonstanten: Cosmic Mirror 273

Reionisation des Universums dauerte lange, geschah in zwei Wellen: Cosmic Mirror 273

Signifikante Dunkle Energie inkonsistent mit Nukleosynthese: Telepolis-Weltraum

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Fundamentale Physik

In Schlagzeilen
Existenz des Pentaquark unklar: Cosmic Mirror 272, Cosmic Mirror 274

Doch keine Kalte Fusion?: Cosmic Mirror 273

Higgs-Teilchen eventuell gesichtet: Cosmic Mirror 274

Schwarze Löcher verschlucken keine Information: Telepolis-Weltraum


v.i.S.d.P.: Jens Kauffmann, webjournal@tiscali.de