AVRS WebJournal
Ausgabe 2/2002
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Astronomischer Verein Remscheid e.V. |
Der Pferdekopfnebel im Sternbild Orion ist eines der bekanntesten Astro-Objekte überhaupt. Es handelt sich dabei um eine undurchsichtige Staubwolke, die vor leuchtenden, im Hintergrund stehenden Gaswolken liegt. Sie ist nur ein kleiner Teil einer gigantischen Staubwolke, die die untere Hälfte der Aufnahme einnimmt und weit über den Rand des Bildes hinausragt. Durch Sternenlicht beleuchtet (siehe unten) erscheint diese Wolke nicht dunkel, sondern ist vor allem daran zu erkennen, daß sie hinter ihr liegende Sterne verdeckt, wie ein Vergleich von Sternanzahlen in oberer und unterer Bildhälfte zeigt.
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Abbildung 1: Der Pferdekopfnebel im Sternbild Orion (Norden links, Osten oben). Eine Staubwolke liegt hier vor leuchtendem Gas. Eine ausgedehnte Staubwolke verdeckt viele Sterne in der unteren Bildhälfte. Unten links im Bild befreit sich ein junger, helle Stern aus dem Kokon dieser Wolke. Aufnahme: Jens Kauffmann, AVRS. |
In solchen ausgedehnten Staubwolken entstehen noch heute Sterne. Viele massereiche, helle Sterne, die rasch ihren Brennstoff verbrauchen, findet man in ihrer Nähe. Ihre enorme Helligkeit erhitzt das Gas und treibt es weg. Diesen Vorgang sieht man in der Aufnahme links unten, wo ein diffuser, heller Fleck im Bild liegt. Hier "bläst" sich ein Stern frei, treibt jenes Gas, aus welchem er entstand, fort. Ein anderer heller Stern steht weit außerhalb des oberen Bildrandes. Er beleuchtet die Oberflächen der im Bild liegenden Staubwolken.
Die intensive Bestrahlung erhellt nicht nur die Region, sie sorgt auch dafür, daß die Oberflächen der Wolken "verdampfen". Dies ist besonders gut am in Bildmitte von links nach rechts verlaufendem Rand der Riesen-Staubwolke zu sehen: Keine scharfe Grenze, sondern ein diffuser Übergang ist hier zu sehen. Auch der obere Rand des Pferdekopfes "verdampft".
Die hier gezeigte Region liegt südlich des linken Gürtelsterns des Orions (Alnitak). Die Wolken sind etwa 1500 Lichtjahre entfernt. Die oben genannte Riesen-Staubwolke reicht von Alnitak aus über mehr als ein Dutzend Lichtjahre nach Süden. Der Pferdekopf selbst ist etwa ein Lichtjahr breit.
Das Bild wurde an der Remscheider Außensternwarte (RAST) am 15. Februar 2002 mit einer CCD-Kamera ST-7 an einem Vixen R-200SS Newton-Reflektor mit f/4 ohne Filter aufgenommen. Dargestellt ist die Summe von 10 Bildern zu je 2 Minuten Belichtungszeit. Längere Einzelbild-Belichtungszeiten verbieten sich, da sonst helle Sterne zu stark überbelichtet werden. Das Bild wurde gamma-korrigiert, um dunkle und helle Strukturen gleichzeitig darstellen zu können.
v.i.S.d.P.: Jens Kauffmann, webjournal@tiscali.de