AVRS WebJournal
Ausgabe 2/2002
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Astronomischer Verein Remscheid e.V. |
Nachdem das Jahr 2001 astrofotographisch auf Grund der schlechten Wetterlage nicht besonders erfolgreich war, entschlossen wir uns zu einer Exkursion im Dezember 2001 zur kanarischen Insel Teneriffa. Diese ist für hervorragende Beobachtungsbedingungen und eine stabile Schönwetterlage bekannt.
Nach einiger Vorbereitung war es am 07.12. soweit: Mit ca. 50 kg Übergepäck standen wir am Flughafen Düsseldorf und warteten auf unseren Abflug. Auf Teneriffa angekommen ging es mit dem bereitstehenden Mietwagen zu unserem Hotel in den Ferienort Costa Adje.
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| Abbildung 1: Das Sonnenobservatorium bei Izana. |
Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, ging es erst mal an den Strand. Es war ein fanzinierendes Erlebnis, im über 20°C warmen Meer zu baden und dabei auf die schneebedeckten Berggipfel der Canadas zu blicken. In der ersten Nacht zogen dann leider Wolken auf, die nachher sogar Regen brachten (Schnee in den Bergen), so das wir uns erst einmal gut ausruhen konnten.
Im Laufe des folgenden Abends klarte der Himmel dann aber wieder auf, so das wir begannen, den Mitwagen mit unseren Instrumenten zu beladen. Hierbei sahen wir und staunender Blicke der anderen Hotelgäste ausgesetzt, die nicht verstehen konnten, wohin wir bei einer Außentemperatur von 25°C mit einen Skianzug wollten!
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| Abbildung 2: Marc Dümpelmann mit seinem Newton-Teleskop. |
Wir begaben uns in die Berge um einen Standort ausfindig zu machen. Unsere erste Wahl fiel dabei auf das Sonnenobservatorium bei Izana. Dort wurden wir allerdings von der Beleuchtung der Militäranlagen gestört, so das wir auf dem Parkplatz bei Los Roques usere Geräte aufbauten (ein 200/800 mm Newton und ein 114/600 mm Apo-Refraktor). Hier fanden wir hervorragende Sichtbedingung vor. Die visuelle Grenzhelligkeit im Zenit lag bei 7.1 mag.
Man darf allerdings nicht verschweigen, daß in Horizontnähe noch ein Rest Streulicht der Touristikorte Las Amerikas und Los Christianos festzustellen ist. Dennoch sind die Sichtbedingungen deutlich besser als in den Alpen.
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| Abbildung 3: Die Lichtglocke über der Stadt. |
In insgesamt 4 Nächten haben wir zahlreiche Beobachtungen durchgeführt und hervorragende Fotos gemacht. Nur 2 mal wurden wir in dieser Zeit von einem PKW gestört. An einem Abend trafen wir dort sogar einen Hobby-Astronomen aus Frankfurt, der jedoch nur mit einem Feldstecher ausgerüstet war.
In der letzten Nacht konnten wir sogar die Geminiden beobachten. In einer Stunde haben wir dabei mehr als 200 Sternschnuppen gezählt.
Unangenehm war lediglich die Rückfahrt nach durchwachter Nacht über die mit Serpentinen durchzogene Strecke.
Nicht nur am Himmel, sondern auch landschaftlich hat Teneriffa einiges sehenswertes zu bieten, was wir uns tagsüber angesehen haben (wenn wir nicht gerade am Strand geschlafen haben).
Der Himmel hat uns so begeistert, daß wir schon auf dem Rückflug damit begannen, unsere nächste Exkursion zu planen. So wollen wir im Sommer 2002 nach La Palma fliegen, wo die Sichtbedingungen noch etwas besser sein sollen.
v.i.S.d.P.: Jens Kauffmann, webjournal@tiscali.de