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Astronomischer Verein Remscheid e.V. - Sternwarte Remscheid |
Macht es im Zeitalter von hochempfindlichen
Fotoemulsionen und digitaler Bildbearbeitung noch Sinn, die Objekte
des Sternhimmels auf altertümliche Weise am Fernrohr zu
zeichnen?
Ich meine Ja, und möchte dazu anregen, sich dem Sternhimmel auf
möglichst vielfältige Weise zu nähern!
Ob in Zeitschriften oder Büchern, ob im
Fernsehen oder im Internet - wer sich mit Astronomie
beschäftigt, begegnet unausweichlich schönen bunten
Bildern vom gestirnten Himmel. In voller Farbenpracht und
Detailgenauigkeit prangen uns tolle Aufnahmen von leuchtenden
Gasnebeln, juwelenartig glitzernden Sternhaufen oder
rätselhaft schimmernden Galaxien entgegen und machen uns
glauben, dass uns solch ein Anblick auch bei der Beobachtung durchs
heimische Teleskop erwartet. Dem entsprechend hoch sind die
Erwartungen vieler Einsteiger.
Doch dann ist die Enttäuschung oft groß. Mit nichten sieht der ungeübte Laie filigrane Gasschleier von Orion- oder Cirrusnebel. Wenn er es überhaupt am Anfang schafft, auch nur eines der auffälligsten Objekte - z.B. den Orionnebel oder den Doppelsternhaufen h und chi im Perseus - zu finden, dann erblickt er zunächst einmal eher einen verwaschenen, oft ziemlich kontur- und detailarmen Nebelfleck, der nicht einmal Farben zeigt.
Wer weiß als Anfänger denn schon, dass man für Prachtfotos große Fernrohre mit teurem Spezialequipment braucht? Dazu gehören sehr gute Fotokameras mit teuren Filmen und aufwändigen Aufnahmeverfahren bzw. pixelreiche CCD-Kameras mit angeschlossener professioneller Bildbearbeitung. Und die Bilder werden dann nicht etwa auf Fotopapier zu 19 Cent gedruckt, sondern in ebenso aufwändigen Druckverfahren auf Hochglanzfotopapier. Kein Wunder also, dass einen da die wahre Pracht anlacht.
Und wer weiß schon, dass das Auge beim Blick durchs Fernrohr gar nicht in der Lage ist, über längere Zeit das schwache Licht von Sternen und Nebelfetzen auf zu summieren? Profi-Astronomen belichten ihre Bilder manchmal 60 Minuten und mehr! Das Auge summiert im Bereich von Sekundenbruchteilen!
Wer nun glaubt, dann sei die visuelle Beobachtung doch wertlos, der irrt gewaltig. Denn das eigene Auge ist immer der Schlüssel zur Entdeckung des Sternhimmels. Auch wer dabei keine sensationelle Erstentdeckung macht, sondern die Welt über sich für sich selbst entdeckt, der gewinnt für sich etwas, das verzaubern kann und Staunen macht. Letztlich kommt es doch darauf an, Freude an einem ungewöhnlichen Hobby zu haben!
Wenn man also erst einmal die Tücke der Fernrohrbedienung überwunden hat, dann hat man die Chance, den Sternhimmel mit seinen exotischen Objekten Stück für Stück zu erobern. Natürlich beginnt die Beobachtung bei den leichten, auffälligen Objekten, die in der Einsteigerliteratur ausgiebig beschrieben sind.
Also wagt man sich zunächst einmal an die leichte Beute heran, beginnt mit schwacher Vergrößerung, um den Überblick zu bekommen. Wenn die Augen sich der Dunkelheit und dem ungewohnten Blick durchs Okular angepasst haben, kann man eine größere Vergrößerung wählen. Vorteilhaft ist es, ein Objekt nicht direkt "an zu starren", sondern ein wenig daneben zu blicken, da das Auge bei diesem indirekten Sehen empfindlicher ist und mehr wahr nimmt. Wer diese wenigen Schritte beherzigt, der wird schnell mehr im Blickfeld erkennen: Nebel erscheinen auf einmal weiter ausgedehnt, es lassen sich feinere Strukturen erkennen, Umrisse treten deutlicher hervor, Helligkeitsunterschiede werden besser wahr genommen. Und das Auge entspannt sich mit der Zeit, die Beobachtung ist nicht mehr so anstrengend.
So tastet man sich immer weiter vor, erkennt bei hellen Objekten immer mehr Feinheiten und schwach leuchtende Objekte werden auf einmal überhaupt erst sichtbar. Dieser "Reife"-Prozess dauert je nach Adaption des Auges, Intensität der Beobachtung und Geduld des Beobachters unterschiedlich lang, zumal das Wetter eine maßgebliche Rolle spielt. Man muss meist mit ein bis zwei Jahren rechnen, bis man - pro Jahr 10-20 Beobachtungen voraus gesetzt - zu einem erfahrenen Beobachter geworden ist, der sich an die Grenzen seines Teleskops heran tasten kann. Dabei erkennt man auch, dass eine klare Nacht nicht gleich einer anderen ist - Wärme, Dunst, Streulicht und Luftturbulenzen schaffen sehr unterschiedliche Sichtbedingungen.
Wer vom Sternhimmel fasziniert ist, der gibt sich bald auch nicht mehr mit dem "Logenplatz" unter der Laterne vor dem Haus zufrieden, weil er gemerkt hat, dass Lampenlicht - so nützlich es im Alltag sein mag - bei der Sternbeobachtung Gift ist! Wer also den Sternhimmel genießen will, der fährt zumindest an den dunkleren Stadtrand und meidet Lichtquellen wie viel befahrene Straßen, Straßenlaternen, Flutlichtanlagen, Reklamelicht oder hell erleuchtete Wohnblockfassaden. Je weiter man sich von den Licht verseuchten Städten entfernt, desto tiefer dringt man in die Unendlichkeit des Weltalls ein.
Wer mit der Astronomie anfängt, der wird sich kaum ein teures Teleskop anschaffen. Also greift man eher zum billigen Kaufhausteleskop. Vielleicht hat man ja noch Spaß am kleinen Preis, gewiss aber nicht mehr an der überwiegend billigen Qualität, die den Spaß gen Null streben lässt.
Besser ist es allemal, zuerst eine Volkssternwarte in der Nähe auf zu suchen und die dort wirkenden Amateurastronomen um Rat zu fragen. Hier bekommt man nicht nur wertvollen Rat, sondern auch die Gelegenheit, unter sachkundiger Anleitung mit zu beobachten. Hier kann man also erst einmal testen, wie einem das angepeilte Hobby schmeckt. Und dabei vermeidet man sicher die gröbsten Fehler, die Anfängern nun mal unterlaufen können. Abgesehen davon macht es einfach mehr Spaß, zu mehreren Gleichgesinnten zu beobachten.
Unter Amateurastronomen gibt es natürlich auch verschiedene Strömungen, Interessensgebiete und Vorgehensweisen. Aber an einer Volkssternwarte hat man nun einmal darunter eine größere Auswahl und kann sich einen Eindruck verschaffen. Dies hilft, für sich persönlich ein Betätigungsfeld zu finden, das am meisten Spaß verspricht.
Wer die Schönheit des Universums durchs Teleskop bewundert hat, möchte gern etwas davon fest halten. Die meisten denken da sicherlich an Fotos - klar, das ist so etwas wie der Königsweg der Erlebnissicherung. Aber es gibt auch andere Wege!
Noch vor rund 150 Jahren, als die Fotografie in den Kinderschuhen steckte, waren die Beobachter auf ihre eigenen Aufzeichnungen angewiesen. Bereits Galileo Galilei fertigte bei seinen ersten Teleskopbeobachtungen in den Jahren 1609-1610 erste, wenn auch grobe Zeichnungen an. Auch wenn diese noch sehr viele Fantasieanteile besaßen, so dokumentierte Galilei hier Dinge, die den Menschen zuvor gänzlich unbekannt, ja unvorstellbar waren - so unvorstellbar, dass sich Vertreter der Kirche damals weigerten, selbst durch solch ein Teleskop zu blicken, weil sie es für Teufelswerk hielten, das die Lehre der Kirche ins Wanken zu bringen schien. Lieber klammerten sie sich an idealisierte Vorstellungen, als sich an der Wirklichkeit zu orientieren!
Dabei muss man zugeben, dass diese "Wirklichkeit" durchaus Trübungen bzw. Einflüssen unterliegt, wie es der französische Philosoph René Descartes in seiner Auseinandersetzung über die Wahrnehmung hervorhob, die ihn so weit gehen ließ, dass er nur noch seinem Bewußtsein vertraute ("Ich denke, also bin ich"), da die Sinneswahrnehmung aus seiner Sicht nicht objektiv sei.
Die Geschichte lehrt uns, dass auch das eigene Bewußtsein Täuschungen unterliegt, daher bewegen wir uns in unserem "Bild" von der Wirklichkeit immer auf einem schmalen Grat zwischen wollen, was wir sehen, und sehen, was wir wollen. Das gilt durchaus auch für die astronomische Beobachtung. Denn unsere Wahrnehmung wird durch verschiedene - innere wie äußere - Faktoren beeinflusst, also z.B. durch die Luftqualität, die Güte und Leistungsfähigkeit des Teleskops und ebenso durch die Tagesform des Beobachters.
Kurzum: einen objektiven Eindruck von einem Objekt des Weltalls - z.B. eines Planeten, einer leuchtenden Gaswolke oder einer entfernten Galaxie - werden wir nicht erhalten. Darauf kommt es aber auch nicht an, sondern darauf, sich der Wirklichkeit mit unseren Mitteln und Beschränkungen weitest möglich anzunähern, die Wahrnehmung also zu optimieren.
Eine gute Chance dazu bietet die Zeichnung. Dafür braucht man gar nicht viel Material, vor allem solches, das preiswert und im Haushalt ohnehin vorhanden ist.
Man benötigt Papier, am besten weißes, unliniertes Papier im Format DIN A5, das in einem Ordner abgeheftet werden kann, sowie einen weichen Bleistift, Radiergummi und eine nicht allzu starke, handliche Taschenlampe, die möglichst mit roter durchsichtiger Folie beklebt ist.
Am besten bereitet man die Papierblätter vor, indem man mit einem Zirkel einen Kreis - oder für die abgeplatteten Planeten Jupiter und Saturn leicht elliptisch geformte Umrisse, für die man aus Pappe eine Schablone bastelt oder fertige Schablonen aus dem einschlägigen Medienhandel erwirbt - vorzeichnet. Diese Umrisse stellen dann das Fernrohrbildfeld bzw. die Planetenumrisse dar. Wählen Sie den Durchmesser der Umrisse nicht zu groß; am besten nehmen Sie ca. 5 bis 7 cm Durchmesser. Wer will, kann natürlich auch Material aus dem Handel nutzen, bei dem insbesondere für Planeten und Sonne Koordinatennetze eingetragen sind, so dass man die beobachteten Phänomene genauer lokalisieren kann. Dies sollte aber zunächst dem erfahrenen Beobachter überlassen werden.
Zusätzlich sollte man Platz für Notizen lassen, insbesondere für Angaben zum Objekt, Fernrohr, benutztem Okular (bzw. Vergrößerung) und weiterem Zubehör wie z.B. Filter, Brennweitenreduzierung etc., Ort, Datum, Uhrzeit und Sichtbedingungen sowie zum Beobachter. Ggfs. können Sie noch Raum für Bemerkungen lassen.
Übrigens lohnt es sich, ein Beobachtungsbuch zu führen, in dem man die einzelnen Beobachtungen mit Bemerkungen zu den Umgebungsbedingungen und Umständen einträgt. Dies ist ein Erfahrungsschatz, auf den man immer wieder zurück greifen kann.
Das Zeichnen am Teleskop unterstützt und fördert die optische Wahrnehmung. Der Beobachter konzentriert sich und überprüft dabei immer wieder sein Werk mit dem Bild im Fernrohr. Er bekommt so allmählich ein Gefühl für die Proportionen im Bild und lernt, das Bild zu verfeinern.
Zeichnungen haben den Vorteil, dass man in ihnen die besten Beobachtungsmomente festhalten und zu einem Gesamtbild summieren kann. Da die Sichtbedingungen wegen der Luftunruhe immer wieder wechseln, ist auch die Qualität der momentanen Beobachtung und Zeichnung naturgemäß unterschiedlich. Der Beobachter wartet also am besten die Momente relativer Luftruhe ab und hat dabei einen schärferen, kontrastreicheren Anblick.
In diesen Momenten nimmt man mehr Details wahr, die man dann auch wirklichkeitsgetreuer einzeichnen kann. Man pickt sich also sozusagen die Rosinen der Beobachtung heraus und bildet aus ihnen ein Mosaik.
Besonders bei Planeten macht sich diese Methode bezahlt, da verschlechternde Effekte der Luftunruhe quasi herausgerechnet - pardon: herausgeguckt - werden. So lässt sich blickweise ein recht genaues Bild der momentanen Oberflächenbeschaffenheit der Planeten erstellen. Das Zeichnen hat auch den Charme, dass man innerhalb von wenigen Stunden oder auch Tagen Vergleichszeichnungen anfertigen kann, die eine Entwicklung der sichtbaren Strukturen aufzeigen. So kann man z.B. die Wanderung des Großen Roten Flecks über die "Scheibe" Jupiters verfolgen oder auch ein Rundum-Panorama der Atmosphäre erstellen, wenn man einige Stunden beobachtet.
Gegenüber der Kamera hat die Beobachtung den Vorteil, dass die Details nicht so stark verwischen - ein Film sammelt ja die Luftunruhe mit auf, so dass die Konturen unschärfer werden.
So ziemlich jedes Objekt des gestirnten Himmels lässt sich zeichnen - außer schnell auftauchenden und wieder verschwindenden Phänomenen wie Meteore oder Polarlichter. Auch einzelne Sterne bzw. punktförmige Objekte machen nicht viel her, wenn man sie aufzeichnet. Aber ansonsten ist die Palette lohnenwerter Objekte sehr breit.
Planetensystem
Deep Sky
Folgende Zeichnungen habe ich im Laufe der Zeit angefertigt, zumeist an meinem eigenen Fernrohr (Meade 2080 bzw. Celestron 8) sowie am großen Refraktor der Dr.-Hans-Schäfer-Sternwarte und am MPT300 unserer Remscheider Außensternwarte RAST. Die Zeichnungen wurden eingescannt und dann teils als Negativ (ursprünglich schwarze Zeichnung auf weißem Papier) wieder gegeben, um den visuellen Eindruck besser darstellen zu können. Gleichwohl enthalten die Originalzeichnungen jedoch mehr Details - diese Feinheiten gehen leider beim elektronischen Abtasten und der nachfolgenden Bildbearbeitung zum Teil verloren.
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Sonnenflecken 12.02.1984 Meade2080 D=200mm f=2.000mm Okular f=40mm Beobachter A (vgl. Zeichnung rechts) |
Sonnenflecken 12.02.1984 Meade2080 D=200mm f=2.000mm Okular f=40mm Beobachter B (vgl. Zeichnung links) |
Protuberanzen (Sonnenausbrüche) 16.02.1986 Protuberanzen-Refraktor (Theodor) D=80mm f=1.500mm Okular f=40mm rechts Protuberanzen-Veränderung von 14:40 bis 14:50 Uhr |
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Sonnenflecken 24.02.1991 Refraktor Reinfelder&Hertel D=215mm f=2.500mm Okular f=32mm Ausschnitt mit feinen Details der Sonnenfleckengruppe (Strukturen in den Penumbren erkennbar) |
Sonnenflecken 27.10.1991 Refraktor Reinfelder&Hertel D=215mm f=2.500mm Okular f=32mm große Fleckengruppe mit vielen Details (Maße überdimensioniert) darin 159 Einzelflecken gezählt |
Die Zeichnungen verdeutlichen nicht nur den Detailreichtum der Sonnenflecken, sondern geben auch Unterschiede verschiedener Beobachter bei Beobachtung der gleichen Flecken zur gleichen Zeit - und am selben Instrument - wieder.
Bei regelmäßiger Beobachtung stellt man schnell fest, dass Anzahl, Position und Aussehen der dunklen Sonnenflecken mit der zeit variieren.
Auch die Gasausbrüche (Protuberanzen) der Sonne sind interessant. Allerdings lassen sie sich nur bei einer totalen Sonnenfinsternis oder mit aufwändigen Filtern (z.B. H-Alpha-Interferenzfilter wie an der Dr.-Hans-Schäfer-Sternwarte) beobachten. Dies bietet die Dr.-Hans-Schäfer-Sternwarte Sonntags ab 14:00 Uhr bei klarem Himmel an. Schon innerhalb einer Viertelstunde erkennen wir Veränderungen in den Gaseruptionen. Auch wenn diese im Fernrohr eher klein erscheinen, so sind ihre wahren Dimensionen gewaltig - oft schießen sie weit über 100.000 km in die Höhe, mithin das Vielfache des Erddurchmessers!
Warnung! Alle Zeichnungen der Sonne wurden mit starken Filtern gewonnen. Das Sonnenlicht ist äußerst grell - im Fernrohr wird dies noch weiter verstärkt. Beim ungeschützten Blick durchs Fernrohr auf die Sonne kann man innerhalb von Sekunden erblinden! Beobachten Sie daher die Sonne nie ohne gute Filter - oder kommen Sie zur Dr.-Hans-Schäfer-Sternwarte, denn dort können Sie gefahrlos unser Tagesgestirn anschauen und erhalten von uns viele Informationen zu diesem wichtigsten Stern für unser Leben!
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Komet Halley 13.10.1985 Meade2080 D=200mm f=2.000mm Okular f=25mm |
Komet Levy 20.07.1990 Celestron 8 D=200mm f=2.000mm Okular f=32mm |
Komet Hale-Bopp 09.03.1997 5:00 Uhr Celestron 8 D=200mm f=2.000mm Okular f=32mm
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Komet Hale-Bopp 09.03.1997 5:59 Uhr Lichtenknecker MPT 300 D=300mm f=4.000mm Okular f=40mm
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Kometen sind schon wegen ihrer kurzen Sichtbarkeit und wegen der Veränderungen, denen sie bei Annäherung zur und Entfernung von der Sonne unterliegen, sehr reizvolle Objekte. Besonders ausgeprägt war dies bei Komet Hale-Bopp im Jahre 1997; er entwickelte sich zum Prachtkometen, der selbst von Städten aus mit bloßem Auge zu sehen war. Das Fernrohr offenbarte da noch ganz andere Phänomene, wie die hier abgebildeten Jets.
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Mars, 21.06.2001 Refraktor Reinfelder&Hertel D=215mm f=2.500mm Okular f=10mm |
Jupiter, 02.05.1990 Refraktor Reinfelder&Hertel D=215mm f=2.500mm Okular f=12mm |
Jupiter, 11.02.2000 Refraktor Reinfelder&Hertel D=215mm f=2.500mm Okular f=10mm |
Saturn, 22.10.1997 Refraktor Reinfelder&Hertel D=215mm f=2.500mm Okular f=10mm |
Auch Planeten sind lohnenswerte Objekte, da sie nicht nur ihre Position am Sternhimmel ständig und merklich verändern, sondern Änderungen der Oberfläche zeigen.
Bei Merkur und Venus, deren Sichtbarkeit teils deutlich eingeschränkt ist, fallen kaum Oberflächendetails auf, hier lohnen eher die Phasenwechsel (z.B. Sichelgestalten ähnlich unserem Mond).
Mars und Jupiter offenbaren immer wieder viele Details ihrer Atmosphären. Bei Jupiter kommt das reizvolle Bewegungsspiel der Monde hinzu ebenso wie die Turbulenzen rund um den großen Roten Fleck; da Jupiter in rund 10 Stunden um seine Achse rotiert, können wir in einer Winternacht sogar die gesamte Oberfläche beobachten.
Saturn besticht vor allem durch seinen deutlichen Ring, in dem wir im Bild oben auch die Cassini-Teilung (links und rechts als dunkle Bögen) erkennen. Interessant ist bei dem Ringplaneten das Wechselspiel der Ringneigung - hin und wieder blicken wir nämlich auf Saturns Ringkante - die Ringe sind dann quasi verschwunden!
Die äußeren Planeten Uranus und Neptun zeigen im Fernrohr praktisch keine Details, dazu ist ihr Bild im Fernrohr auch zu klein. Und Pluto gar ist selbst für den großen Refraktor an der Dr.-Hans-Schäfer-Sternwarte außer Reichweite - wenn wir ihn überhaupt mal zu sehen bekämen, dann nur als blassen Lichtpunkt, der sich von Sternen nicht unterscheidet.
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Planetarischer Hantel-Nebel M27, 28.06.1995 Celstron 8 D=200mm f=2.000mm Okular f=36mm |
Orion-Nebel M42, 02.12.1984 Meade2080 D=200mm f=2.000mm Okular f=25mm |
Lagunen-Nebel M8, 20.07.1990 Celestron 8 D=200mm f=2.000mm Okular f=32mm |
Spiralgalaxie M81, 20.02.1990 Refraktor Reinfelder&Hertel D=215mm f=2.500mm Okular f=32mm |
Galaxie M82, 20.02.1990 Refraktor Reinfelder&Hertel D=215mm f=2.500mm Okular f=32mm |
Objekte jenseits unseres Planetensystems - wir nennen das auf Neudeutsch "Deep Space" - sind nicht nur sehr zahlreich, sondern auch äußerst vielfältig. Besonders interessant sind Gasnebel und Galaxien.
Gasnebel wie M42 im Wintersternbild Orion und M8 im Sommersternbild Schütze sind Geburtsstätten neuer Sterne und von der Gestalt her eher unregelmäßig.
Planetarische Nebel wie M27 im Sommersternbild Füchslein stellen Endstadien von alten Sternen dar, die in einer gigantischen Explosion riesige Massen Gas in den umliegenden Weltraum schleudern. Der Nachhall dieser Explosion ist als meist rundliche Gaswolke sichtbar.
Galaxien sind Sternsysteme wie unsere eigene Milchstraße, in der wir mit der Sonne und den Planeten beheimatet sind. Ihre Entfernungen gehen in Millionen bis Milliarden Lichtjahre. Oben sind zwei recht nah bei einander stehende Galaxien, M81 und M82 im Sternbild Großer Bär (Großer Wagen). Während M81 eine recht gleichmäßige Spiralgalaxie zu sein scheint, zeigt M82 ein ungewöhnliches Bild, das auch einen aktiven galaxienkern hindeutet.
Von einer Zeichnung kann man sicherlich keine exakte wissenschaftliche Aussage erwarten, weil zu viele subjektive Einflüsse des Beobachters einwirken und manchmal die Einbildung ein Schnippchen schlägt (man glaubt etwas zu sehen, weil man es auf Bildern bereits gesehen hat); jedoch kann der Beobachter seine Wahrnehmung verbessern und verfeinern und Fortschritte sichtbar machen. In jedem Fall wird dadurch das Erleben des Sternhimmels intensiviert!
Und irgendwie ist die eigene Zeichnung doch so etwas wie ein Kunstwerk!
Und Kunst kommt von Können - und das können
auch Sie mit entsprechender Übung!
Peter Kalbitz
Stand: 27.01.2003