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Die Sonnenfinsternis 2002 über Afrika

Ein Beobachtungsbericht von Frank Zobel

Am 4. Dezember 2002 fand eine Sonnenfinsternis über Teilen Afrikas und Australiens statt. Wegen unruhiger politischer Verhältnisse in einigen Ländern Afrikas kam nur der Norden Südafrikas oder Australien für eine Beobachtung in Frage.
Totalitaet drei Bilder
Da in Australien die Totalität nur 30 Sekunden lang dauerte und zudem während des Sonnenunterganges stattfand, schloß ich mich einer Gruppe von 8 Amateurastronomen aus Deutschland und Österrreich an, die Sonnenfinsternis in Südafrika zu beobachten. Wir hatten uns einen Beobachtungsstandort zwischen Messina, der nördlichsten Stadt Südafrikas, und dem Krüger Nationalpark ausgesucht. Die Wetterprognosen hatten hier die höchste Wahrscheinlichkeit für klares Wetter vorausgesagt.

Bis zum 3. Dezember hatten wir in den Morgenstunden immer wolkenlosen Himmel gehabt. Der Wetterbericht sagte für den 4. Dezember voraus, daß Standort sich ein Wolkenband vom Indischen Ozean her nach Südafrika bewegen sollte. Wir wachten am 4. Dezember unter einem bewölkten Himmel auf. Nur am westlichen Horizont war noch blauer Himmel zu sehen. Wir fuhren nach Nordwesten. Als wir Messina passierten, begann der Mond die Sonne zu verfinstern. Ein paar Kilometer hinter der Stadt bauten wir unsere Teleskope am Straßenrand auf. Wir konnten die Sonnenfinsternis hinter einer leichten Bewölkung beobachten. 1 Minute und 30 Sekunden dauerte die Totalität. Die Wolken bedeckten hier erst die Sonne als alles vorbei war. Die Aufnahmen vor und nach der Totalität habe ich mir einer Casio QV4000 aufgenommen, die ich hinter einem kleinen Fernrohr mit Baader Sonnenfolie montiert hatte. Während der Totalität wollte ich mich nicht mit der Technik beschäftigen und habe nur auf den Auslöser einer Canon AE1 Spiegelreflexkamera gedrückt und ab und zu die Belichtungszeit verändert. Den Film hat der Motor automatisch weiter transportiert. Vor der Kamera hatte ich ein 400 mm Tele-Objektiv montiert. Alles war auf einer Superpolaris Montierung aufgebaut und so etwa nach Süden! ausgerichtet.

Dank der Digitaltechnik wurde jedes Bild mit einer Zeitstempel versehen. Die exakten Zeiten der Totalität hatte ein anderer Amateur mit der Videokamera festgehalten. Alle hier gezeigten Bilder wurden aus mehreren Bildern zusammengesetzt. Die Bilder vor und nach der Totalität habe ich durch die Uhrzeit ergänzt. Die unterschiedliche Helligkeit zeigen, daß während der Finsternis Wolken vor der Sonne hergezogen waren. Die Belichtungszeiten während der Totalitat habe ich mir nicht notiert. Ich wollte so viel Zeit wie möglich für die visuelle Beobachtung haben. Die Größe der Korona ist gewaltig. Sie und auch der gewaltige Helligkeitsunterschied zwischen verdecktem Sonnenrand und Korona kann in keinem Bild wirklich festgehalten werden. Dies kann man nur selbst erleben!

1. und 2. Kontakt
SOFI Gesamtansicht mit Zeiten
3. und 4. Kontakt

Unmittelbar nach der Sonnenfinsternis zogen Wolken auf und bedeckten beinahe den gesamten Himmel. Bei diesen Wolken wäre die Finsternis nicht zu beobachten gewesen - Glück gehabt.



Hinweis: Blicken Sie niemals mit einem Fernrohr oder Feldstecher in die Sonne. Das intensive Sonnenlicht würde Ihre Augen in Sekundenbruchteilen unheilbar zerstören.
Eine sachgerechte und ungefährliche Sonnenbeobachtung ist an der Sternwarte mit speziellen Filtern möglich. Die Sternwarte Remscheid bietet bei klarem Wetter Sonntags Nachmittags Sonnenbeobachtungen an, bitte beachten Sie unsere Veranstaltungshinweise.



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letzte Änderung 12. Januar 2003